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16. August 2022

Die Augsburger Zeitung

FCA verstärkt sich mit Julian Baumgartlinger

Der FC Augsburg hat sich für die gerade gestartete Saison im Mittelfeld noch einmal verstärkt.

Julian Baumgartlinger, der für die österreichische Nationalmannschaft 84 Länderspiele absolviert hat und auch in der Bundesliga durch 239 Spiele für den kommenden Gegner Mainz 05 sowie zuletzt für Bayer 04 Leverkusen viel Erfahrung besitzt, erhält einen Jahres-Vertrag bis zum 30. Juni 2023. „Wir haben viele junge, entwicklungsfähige Spieler in unserem Kader und gerade durch den langen Ausfall von Niklas Dorsch wollten wir im Mittelfeld noch einen erfahrenen Spieler dazu nehmen, der unserem Team auf und neben dem Platz mit seiner sportlichen Qualität, seiner Mentalität, seiner Persönlichkeit und seiner Erfahrung helfen wird“, sagt Stefan Reuter, Geschäftsführer Sport des FCA.

„Ich habe richtig Lust auf den FC Augsburg, denn ich finde es beeindruckend, wie sich der Verein in den letzten elf Jahren in der Bundesliga etabliert hat. Ich bin sicher, dass ich von meiner intensiven Spielweise sehr gut zum Klub und ins Team passe. Ich bin fit und bereit für die Herausforderungen mit der Mannschaft“, sagt Julian Baumgartlinger. Der 34-Jährige hat am Dienstag seinen Vertrag beim FCA unterschrieben und steigt gleich ins Training mit den neuen Kollegen ein. Beim FCA erhält er die Rückennummer 14, mit der er im kommenden Heimspiel am Samstag, 20. August, (15.30 Uhr) sein Debüt gegen seinen ehemaligen Verein Mainz 05 geben könnte.

geschrieben von sz am 16. August 2022 um 10:14.

15. August 2022

Die Augsburger Zeitung

Kommentar zum FCA: Das Spiel in Leverkusen hat das Augsburger Torhüterproblem nicht gelöst, sondern eher verschärft

Ein Fußballergebnis spiegelt als Einzelereignis nicht immer den Spielverlauf wider – manchmal gewinnt die schlechtere Mannschaft mit Spielglück, manchmal verliert die bessere Mannschaft wegen Chancenwucher oder durch schwerwiegende Einflüsse von außen, wie zum Bespiel bei Fehlentscheidungen des Schiedsrichters. Dafür gibt es im Sportjournalismus, aber auch in der Rhetorik der Fußballtrainer Sprachschablonen, die man wohlwollend als „Musteranalysen“ bezeichnen kann. 

Kommentar von Siegfried Zagler

Manchmal aber bildet ein Fußballergebnis einen Spielverlauf und die Leistungsfähigkeit der beteiligten Mannschaften so ungeheuerlich falsch ab, dass man gut daran tut, das Ergebnis nicht ernst zu nehmen. Das kommt zwar selten vor, aber wiederum nicht so selten, dass man nach dem Spiel nicht ganz so viel unbedachtes Zeug daher reden muss, wie das beim FCA nach dem Glückssieg gegen Leverkusen der Fall war.

Halten wir also fest, dass der Augsburger Sieg gegen Leverkusen glücklich zustande kam, weil die Bayer-Kicker zwar oft Großchancen herausspielten, sie aber nicht verwerten konnten. Letzteres hat nichts mit der Leistung der Augsburger zu tun, wenn man davon absieht, dass deren Torhüter Gikiewicz ein paar Bälle hielt, die Bundesligatorhüter eben zu halten haben.

FCA-Abwehr vor der Box zu unsortiert 

Die hohe Anzahl der Bayer-Großchancen hat dagegen sehr viel mit dem FCA zu tun, der es besonders auf seiner linken Seite viel zu oft zuließ, dass die Leverkusener mit einfachsten Mitteln zur Grundlinie durchkamen, um von dort mit viel Zeit zu Pässen oder Flanken zu kommen. Wurde die erste Abwehrreihe der Augsburger überspielt, hatten die handlungsschnellen Bayer-Angreifer meistens zu viele Optionen für die Box, wirkte der FCA unsortiert und unreif im Vor-dem-Strafraum-verteidigen. 

Jedem Trainer, jedem Jugendspieler sei an dieser Stelle empfohlen, das Abwehrverhalten von Elvis Rexhbecaj beim Ausgleichstreffer der Leverkusener unter die Lupe zu nehmen. Mit Bundesligafußball hat das nichts zu tun: Zuerst lässt sich Augsburgs Neuzugang mit einem einfachen Trick wie eine Litfasssäule umkurven, dann öffnet er die Arme als Zeichen der Resignation, um stehend zuzusehen, wie der Pass seines Gegenspielers im zweiten Versuch seinen Weg ins FCA-Tor findet. 

Das sind Fehler, die man selbst beim Amateurfußball nicht sieht

Auf dem Niveau einer Thekenmannschaft zeigte sich der FCA auch in der 22. Minute, als Rexhbecaj zur rechten Eckfahne lief, weil er den Eckball treten wollte, für den sich Arne Maier dort gerade den Ball zurecht gelegt hatte. Nach einem kurzen Disput trat dann doch Maier den Ball (zu kurz) vors Tor, ohne darauf zu warten, bis Rexhbecai wieder auf Position war. Beim schnellen Gegenstoß hatte Bayer auf Rexhbecajs Seite Überzahl, ohne diesen Fauxpas verwerten zu können. Das sind Fehler, die man selbst beim Amateurfußball nicht sieht.

In der 69. Minute brachte Gumny im „Zusammenspiel“ mit Gruezo Aranguiz zum erfolgreichen Torschuss, dabei war der Ball bereits abgewehrt. Das Schiedsrichtergespann entschied mittels VAR auf Stürmerfoul – und lag dabei richtig, was aber nichts mit der Leistung der FCA-Abwehr zu tun hatte, die die Riesenchance von Bayer erst generierte, indem Azmoun wie im Training kerzengerade und allein auf Gikiewicz zulaufen konnte.

FCA ähnlich fahrig wie gegen Freiburg

Um es abzukürzen: Bereits das 1:1 zur Halbzeit in Leverkusen kann man nur mit viel Augenwischerei als ein dem Spielverlauf entsprechendes Ergebnis durchgehen lassen. Dass aber der FCA die zweite Halbzeit mit einem Torschuss gegen zirka 20 Torschüsse seitens Bayer für sich entscheiden konnte, hat wenig bis nichts mit dem FCA zu tun, der in der zweiten Halbzeit ähnlich fahrig spielte, wie das gegen Freiburg der Fall war. Nach vorne ging gar nichts mehr. Hahns Treffer resultierte aus einem langen Ball von Gikiewicz. 

Jede Spielanalyse, die das Spielergebnis in irgendeinen Zusammenhang mit der FCA-Leistung bringt, ist falsch. Bayer hat das Spiel alleine verloren. Der FCA wäre, wie gegen Freiburg, mit einer Packung untergegangen, hätte Leverkusen nur jede zweite Torchance in einen Treffer umgemünzt.

Ergebnisunabhängig ist zu konstatieren, dass der Sieg in Leverkusen das Augsburger Torhüterproblem nicht gelöst hat, sondern eher verschärft, da Gikiewicz Leistung das ohnehin zu späte Handeln der FCA-Führung bei der Torhüterfindung konterkarieren konnte – jedenfalls bis zur nächsten Partie gegen Mainz.

Gikiewicz bleibt ein Unsicherheitsfaktor 

Rafal Gikiewicz ist kein spielender Torwart und bleibt wohl ein Unsicherheitsfaktor in der Augsburger Abwehr, daran ändert ein Ausreißer wie gegen Leverkusen nicht viel. Zweitens fehlt dem FCA ein defensivstarker Sechser, wie es Khedira war. Und drittens fehlt dem FCA weiter ein starker Abwehrspieler im Zentrum. Sollten Dorsch und Oxford wieder formstark zurückkommen, muss sich der FCA dennoch im defensiven wie im offensiven Zentrum verstärken. Auch die Räume auf den Außen, die die Freiburger wie die Leverkusener zu nutzen verstanden, müssen geschlossen werden.

In 22 Bundesligabegegnungen ergatterte der FC Augsburg so manchen Punkt (8 Unentschieden) gegen Leverkusen und verlor den Rest stets sang- und klanglos, manchmal auch recht hoch. Dass der FCA aber in seiner bisher wohl schwächsten Bundesligapartie gegen Bayer Leverkusen im 23. Anlauf zum ersten Mal gewinnt, hat einen hohen Ironiewert und wenig bis nichts mit der Leistung der Augsburger zu tun. 

Gerne nimmt man die Punkte mit und natürlich darf man sich auch über einen geschenkten Sieg freuen. Festzuhalten ist aber, dass der FCA kaum besser als in der Vorwoche gegen Freiburg agierte, als die Augsburger mit einem 0:4 in der zweiten Halbzeit noch gut bedient waren.

geschrieben von sz am 15. August 2022 um 16:27.

13. August 2022

Die Augsburger Zeitung

3-G-Regel: FCA holt mit Glück, Glück und Gikiewicz bei Bayer einen Dreier

Der FC Augsburg gewinnt gegen Bayer 04 Leverkusen vor 23.900 Zuschauern am zweiten Spieltag der Fußballbundesliga mit 2:1! Die Tore für Augsburg erzielten Frederik Jensen (15.) und André Hahn (82.). Für Leverkusen war Aranguiz erfolgreich (43). Mit Glück, Glück und Gikiewicz gewinnt der FCA erstmalig gegen Bayer Leverkusen.

Der FCA zeigt sich gegen Leverkusen in der Anfangsphase als ebenbürtiger Gegner, erarbeitet sich durch Mads Pedersen aus spitzem Winkel  die erste Torchance (9.) und geht in der Bay-Arena mit 1:0 in Führung. Augsburg belohnt sich somit für sein intensives wie aufwändiges Pressing: Gruezo fängt aufmerksam einen Ball ab, spielt direkt nach links auf Iago, der direkt Demirovic in den Lauf spielt, doch statt den Ball mitzunehmen tickt er ihn gekonnt zu Jensen, der das Leder an dem herausstürzenden Bayer-Keeper Andrey Lunev vorbei spitzelt (15). Ein Tor wie aus dem Bilderbuch! 

In der Folge zeigt sich Bayer Leverkusen weiterhin fehleranfällig im Spielaufbau, was auch den Augsburgern geschuldet ist, die ihr Gegenspiel klug aufziehen, während Bayer auf der Such nach der Lücke immer gefährlicher wird. Und es zeichnet sich eine Dublette zum Freiburgspiel ab: Zu leicht finden die Bayer-Außenspieler den Abschluss zur Flanke, ohne daraus Profit zu schlagen. In der 30. Minute vergibt Augsburgs Demirovic eine große Chance, nachdem er Leverkusens Bakker den Ball abgenommen hatte, kommt er frei an der 16er-Linie zum Schuss, scheitert aber an Lunev. Vier Minuten später kommt Diaby rechts wieder zu einfach zum Flanken, weshalb in der Mitte Azmoun zu einem wuchtigen Kopfball kommt, der sein Ziel nur knapp verfehlt.

Gegen Freiburg gepatzt, heute der überragende Spieler auf dem Platz: Rafal Gikiewicz – Foto: © DAZ

Bayer erhöht nun den Druck auf die Augsburger Abwehr, die immer mehr ins Schwimmen gerät, da sich die zweite Reihe des FCA zu einfach überspielen lässt. Nach vorne geht beim FCA immer weniger, nach hinten werden die Augsburger Lücken immer größer. Der Ausgleich scheint nur eine Frage der Zeit und in der 43. Minute klingelt es dann folgerichtig im Augsburger Kasten: Wieder kommt ein Leverkusener zu einfach zur Grundlinie, um eine Flanke in die Mitte zu ziehen, Holzeks Schuss wird von Uduokhai noch blockiert, aber Aranguiz nagelt dann das Leder durch Uduokhais Beine zum 1:1-Ausgleich ins Augsburger Netz. 

Wenige Sekunden vor dem Halbzeitpfiff vergibt erneut Azmoun eine Großchance, indem er einen langen Ball freistehend am langen Eck vorbei köpft. (45.+5). Auch hier sah die Abwehr des FCA schlecht aus, obwohl Azmoun möglicherweise leicht abseits stand.

In der zweiten Halbzeit spielt nur eine Mannschaft. Bayer Leverkusen trägt einen Angriff nach dem anderen vor und vergibt eine Torchance nach der anderen und scheitert dabei immer wieder am besten Augsburger Spieler: Rafal Gikiewicz entschärft einen Ball nach dem anderen und hält für den FCA zunächst das Unentschieden fest, doch dabei sollte es nicht bleiben. Ein langer Ball fällt Hahn (in der 66. für Demirovic eingewechselt) vor die Füße, der sich das Leder auf den linken Fuß legt und Lunev mit einem harten Flachschuss keine Chance lässt (82.). Mit viel Glück und Gikiewicz gewinnt der FCA zum ersten Mal überhaupt gegen Leverkusen im 23. Anlauf und lässt sich von den mitgereisten Fans in der Kurve feiern.

Am kommenden Samstag ist Mainz auf dem Lechfeld zu Gast (15.30 Uhr).

 

Startaufstellungen:

Bayer 04 Leverkusen: Lunev – Frimpong, Tah, Tapsoba, Bakker – C. Aranguiz, Palacios, Diaby, Azmoun, Hlozek – Schick.

FC Augsburg:Gikiewicz – Gumny, Gouweleeuw, Uduokhai – Gruezo, Pedersen, Rexhbecaj, Iago, Maier – F. Jensen, Demirovic.

 

 

geschrieben von sz am 13. August 2022 um 15:49.

Kunstsammlungen: Führungen und Veranstaltungen vom 15. bis 21. August 2022

Am kommenden Montag, 15. August, am Feiertag Mariä Himmelfahrt sind die Häuser der Augsburger Kunstsammlungen von 10-17 Uhr geöffnet. Das Programm ist bemerkenswert. Am Mittwoch, 17. August, findet zum Beispiel ab 16 Uhr eine Führung in einfacher Sprache durch das Schaezlerpalais statt – und am Sonntag, 21. August, ab 18 Uhr das Konzert „Hommage an die Blaugestrumpften“ im Schaezlerpalais. 

Die Augsburger Pianistin Stephanie Knauer verzaubert im Festsaal des Schaezlerpalais am kommenden Sonntag, 21. August, mit Werken aus dem 18. Jahrhundert. Das Besondere: Die Musik stammt aus den Federn der damals komponierenden Damenwelt – Foto: M. Harrer-Jalsovec / Kunstsammlungen & Museen Augsburg

Die Termine im Überblick:

Dienstag, 16. August:

11 Uhr: Ferienprogramm „Spurensuche im Schaezlerpalais“, Kosten: 7,50 Euro, Anmeldung über T schamp.

13 Uhr: Ferienprogramm „Werdet selbst zum Barockkunstschaffenden“ im Schaezlerpalais. Kosten: 8 Euro, Anmeldung über Tschamp.

Mittwoch, 17. August:

11 Uhr: Ferienprogramm „Römische Bastelstunde: Römische Rundmühle“ im Römerlager im Zeughaus. Kosten: 7,50 Euro, Anmeldung über Tschamp.

13 Uhr: Ferienprogramm „Suche den Schatz: Rätselspaß im Maximilianmuseum“. Kosten: 7,50 Euro, Anmeldung über T schamp.

16 Uhr: Führung in einfacher Sprache durch das Schaezlerpalais. Kosten: nur Eintritt.

Samstag, 20. August:

11 Uhr: Familienführung „Römerleben im frühen Augsburg“ im Römerlager im Zeughaus. Kosten: nur Eintritt.

11 Uhr: Kostümführung „Rauschende Gewänder“ durch die Dauerausstellung im Schaezlerpalais. Kosten: nur Eintritt.

14 Uhr: Turnusführung durch die Sonderausstellung „Pax & Pecunia. Kunst, Kommerz und Kaufmannstugend in der Augsburger Deckenmalerei“ im Schaezlerpalais. Kosten: nur Eintritt.
14 Uhr: Turnusführung durch das Römerlager im Zeughaus. Kosten: nur Eintritt.

Sonntag, 21. August:

11 Uhr: Führung in ukrainischer Sprache durch das Maximilianmuseum. Eintritt für Geflüchtete frei, ansonsten nur Eintritt.

11 Uhr: Führung „Ins Museum und durch die Stadt“ durch die Sonderausstellung „Pax & Pecunia. Kunst, Kommerz und Kaufmannstugend in der Augsburger Deckenmalerei“ im Schaezlerpalais und zu ausgewählten originalen Standorten der Deckengemälde in der Augsburger Innenstadt. Kosten: nur Eintritt.

13 Uhr: Führung „Keine Kunst ohne Künstlerin: Kathrin Ganser“ in der Ausstellung „European Trails. Europäische Fotokünstlerinnen der Gegenwart“ im H2 – Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast. Kosten: nur Eintritt.

13 Uhr: Turnusführung durch das Römerlager im Zeughaus. Kosten: nur Eintritt.

14 Uhr: Turnusführung durch die Ausstellung „European Trails. Europäische Fotokünstlerinnen der Gegenwart“ im H2 – Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast. Kosten: nur Eintritt.

14 Uhr: Turnusführung durch die Dauerausstellung mit Rokoko-Festsaal im Schaezlerpalais. Kosten: nur Eintritt.

15 Uhr: Turnusführung durch die Dauerausstellung im Maximilianmuseum. Kosten: nur Eintritt.

15 Uhr: Führung in ukrainischer Sprache durch das Schaezlerpalais. Eintritt für Geflüchtete frei, ansonsten nur Eintritt.

16 Uhr: Turnusführung durch die Ausstellung „Die modernen Frauen des Atelier Elvira“ im Grafischen Kabinett. Eintritt frei!

18 Uhr: Konzert „Hommage an die Blaugestrumpften. Werke u.a. von Komponistinnen des 18. Jahrhunderts sowie eines Auftragswerkes von Dr. Dorothea Hofmann mit Pianistin Stephanie Knauer im Rokoko-Festsaal des Schaezlerpalais. Kosten: 19 Euro, ermäßigt: 16 Euro. Karten an der Museumskasse oder über Reservix unter: www.reservix.de

Alle Infos auch unter:  www.kunstsammlungen-museen.augsburg.de/konzerte

geschrieben von sz am 13. August 2022 um 10:02.

12. August 2022

auxkvisit

Aktuelle Petitionen gegen das Gendern / für die Sprache

Die auxkvisite Meinung zum Gendern hast du bestimmt mitbekommen: Mein Artikel dazu hat damals schwippschwappende Wellen geschlagen. Danach wollte ich in das ganze Thema nicht mehr Energie stecken, nicht so…

Der Beitrag Aktuelle Petitionen gegen das Gendern / für die Sprache erschien zuerst auf Auxkvisit.

geschrieben von Auxkvisit am 12. August 2022 um 19:09.

10. August 2022

Die Augsburger Zeitung

Localbahn: Opposition fordert Stadt zum Erwerb von Localbahnflächen auf

Mit einem Antrag hat die SPD/DIE LINKE-die soziale fraktion die Stadt aufgefordert, mit der Localbahn in Verhandlungen zu treten, um die angebotenen Flächen zu erwerben. Dem Antrag liegen Presseberichte zugrunde, wonach die Localbahn Teile ihres Netzes künftig nicht mehr benötige. Die Fraktion schlägt konkret vor, dass die freiwerdenden Localbahn-Gleise für den ÖPNV genutzt werden.

Localbahn – Bildnachweis: Regio Augsburg Tourismus GmbH

Dies solle nach dem Willen von SPD und Linken in einer Machbarkeitsstudie geprüft werden. „Die vor kurzem verlängerte Linie 3 nach Königsbrunn ist bereits am Ende ihrer Kapazität. Für weitere (Firmen-)Ansiedlungen im Universitätsviertel und für das neue Viertel Haunstetten Süd-West, wäre eine Entlastungslinie mehr als wünschenswert. Die Nutzung der Localbahngleise vom Alten Postweg abzweigend in die bestehenden Gleise zur Messe und dann über die Localbahnflächen von der Firnhaberstraße zur Eichleitnerstraße in Richtung Gögginger Straße zur Linie 1 wäre für den Ausbau des Straßenbahnnetzes eine gute Gelegenheit. Wir könnten – ohne neue Flächen für Gleise zu benötigen – wichtige Anbindungen herstellen“, so Florian Freund, der der Fraktion vorsteht.

„Auf Höhe nördlich der Kongresshalle könnte die Entlastungslinie zur Rosenaustraße führen und von dieser westseitig in den Bahnhofstunnel einmünden. Dadurch bestünde die Möglichkeit, die mit einer der dort endenden Straßenbahnlinien zu verknüpfen, so dass eine Weiterführung zum Königsplatz bestehen würde (ohne diesen durch zusätzliche Wege zu belasten). Zudem wäre durch diese Streckenführung eine Kapazitätssteigerung für den Verkehr in Richtung Universitätsviertel, dem Stadion und Haunstetten Süd-West sowie eine wesentliche Fahrzeitverkürzung für diese Gebiete zum Hauptbahnhof. Auch die Fahrgäste aus Göggingen würden davon profitieren, da eine schnelle Umsteigeverbindung zum Hauptbahnhof entsteht.“ Mit rund 200 Hektar ist Haunstetten Südwest das größte Stadtentwicklungsprojekt Augsburgs – hier sollen Wohnungen für mindestens 10.000 Einwohner*innen und Arbeitsplätze für rund 5.000 Beschäftigte entstehen. Aus Sicht der SPD/DIE LINKE-die soziale fraktion liegt es auf der Hand, dass die Stadt bereits jetzt in die Planungen gehen muss, um das neue Stadtquartier bestmöglich mit dem ÖPNV anzubinden.“ So das Statement von SPD-Chef Dirk Wurm.

geschrieben von sz am 10. August 2022 um 15:49.

Coronavirus in Augsburg: 417 Neuinfektionen 7-Tage-Inzidenz bei 292,7

Die Stadt Augsburg meldet 1.148 neue Covid-19-Fälle seit der letzten Pressemitteilung vom 02. August. Die 7-Tage-Inzidenz im Stadtgebiet Augsburg liegt laut Robert Koch-Institut (RKI) aktuell bei 292,7 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen.

Insgesamt hat das Gesundheitsamt bisher 124.255 Infektionen mit dem Coronavirus in Augsburg gemeldet. 121.129 Personen gelten als genesen, 2.439 sind aktuell infiziert, 687 Personen sind verstorben. Bei den verstorbenen Personen, die dem Gesundheitsamt zuletzt gemeldet wurden, handelt es sich um eine Patientin des Jahrgangs 1923 sowie zwei Patienten der Jahrgänge 1931 und 1927.

Aktuelle Impfzahlen

228.828 Personen in Augsburg und damit 76,8 Prozent der Stadtbevölkerung sind geimpft (mindestens zweimal geimpft/geimpft nach Genesung/anfängliche Impfung mit Johnson & Johnson (Einmaldosis). 166.792 Personen, also 56,0 Prozent der Augsburgerinnen und Augsburger, haben eine Auffrischungsimpfung erhalten. Insgesamt wurden in Augsburg 634.044 Impfdosen verabreicht (Erst-, Zweit- und Auffrischungsimpfungen inklusive 14.471 zweite Auffrischungsimpfungen).

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Impfangebote mit und ohne Termin:

Impftermine im Impfzentrum für Kinder ab 5 Jahren und Erwachsene können online auf augsburg.de/impfen vereinbart werden oder telefonisch unter Tel. 0821 789 868 94.

Öffnungszeiten des Impfzentrums:
 Montag bis Freitag: 8:00–15:30 Uhr

Geimpft wird nur nach Terminvereinbarung. Impfstoffe: Moderna, BioNTech, Johnson & Johnson und Novavax.

Wer sich am Impfzentrum impfen lassen möchte, wird gebeten, sich vor der Impfung im Testzelt am Impfzentrum testen zu lassen.

An der Hochschule (Brunnenlechgäßchen 16) werden Personen ab 12 Jahren ohne Termin geimpft.

Öffnungszeiten an der Hochschule:
 Montag bis Freitag: 8:00–15:30 Uhr

Durchgeführt werden Erst- und Zweit- sowie Auffrischungs- impfungen für Personen ab 12 Jahren nach STIKO- Empfehlung. Impfstoffe: Moderna und BioNTech.

Erneutes Impfangebot in Lechhausen

Bis voraussichtlich 3. September wird auch wieder am Platz vor dem Grüner Kranz, Neuburger Straße 45, in Augsburg Lechhausen ohne Termin geimpft. Auch eine unverbindliche medizinische Beratung zur Covid-Impfung wird vor Ort angeboten.

Öffnungszeiten:
 Montag bis Freitag: 8:00–15:00 Uhr

Durchgeführt werden Erst- und Zweit- sowie Auffrischungs- impfungen für Personen ab 12 Jahren nach STIKO- Empfehlung. Impfstoffe: Moderna und BioNTech.

Testmöglichkeiten der Stadt Augsburg:

Teststation Maximilianstraße 59

Montag bis Freitag: 6:00–15:00 Uhr, Samstag: 9:00–17:00 Uhr,
Sonntag und an Feiertagen: geschlossen.

Angebot (nur für berechtigte Personen): Antigen-Schnelltests ohne Termin und PCR-Tests mit Termin.

Teststation am Impfzentrum Augsburg

Bürgermeister-Ulrich-Straße 100

Montag bis Sonntag: 10:00–18:00 Uhr Geöffnet an Feiertagen.

Angebot (nur für berechtigte Personen): Antigen-Schnelltests ohne Termin und PCR-Tests mit Termin.

Wie die Bäuerle Ambulanz mitteilt, verzichtet sie bis auf Weiteres auf die Erhebung der Eigenbeteiligung für nachweislich berechtigte Personen. Eine genaue Auflistung, wer sich in den städtischen Teststationen testen lassen kann, ist unter augsburg.de/testen zu finden.

geschrieben von sz am 10. August 2022 um 15:27.

FCA-update: Mainz dementiert Wechselgerücht bezüglich Dahmen

Vor wenigen Stunden hatte das Fachmagazin Kicker einen bevorstehenden Wechsel des 2. Torhüters des Mainzer Bundesligisten nach Augsburg vermeldet.

Finn Dahmen sei wechselwillig, der FCA habe ein Angebot abgegeben, beide Vereine seien noch in der Verhandlungsphase, aber man sei auf einem guten Weg, so der Kicker. Das hat nun der Sportvorstand der 05er eindeutig in der Allgemeinen Zeitung dementiert: „Finn hat kein Angebot abgelehnt, weil er keins bekommen hat“, so Christian Heidel, der noch konkreter zitiert wird: „Augsburg hat sich bei uns gemeldet, es wird aber keinen Wechsel zum FCA geben.“

geschrieben von sz am 10. August 2022 um 12:40.

Torhüterproblem: FCA gibt Angebot für Finn Dahmen ab

Der FC Augsburg sucht schon länger nach einem guten Torhüter und scheint nun fündig geworden zu sein.

Der letzte Topkeeper im FCA-Tor: Marwin Hitz © DAZ

Nach Kicker-Informationen wollen die Augsburger Finn Dahmen vom 1. FSV Mainz 05 verpflichten. Der 24-Jährige ist bei den Nullfünfern die Nummer zwei. Da Mainz-Trainer Bo Svenson Robin Zentner als feste Nummer eins etabliert hat, habe Dahmen die Verlängerung seines bis 2023 datierten Vertrages ausgeschlagen und seinen Wechselwunsch nach Augsburg geäußert. Dahmen soll Rafal Gikiewicz ablösen, der in der Brechtstadt nicht überzeugen konnte, und langfristig ein Teil der FCA-Mannschaft werden.

Der Keeper aber will und braucht Spielpraxis, er hat eine Verlängerung seines bis 2023 laufenden Vertrages, die ihm angeboten wurde, abgelehnt und zugleich seinen Wechselwunsch nach Augsburg, das Interesse beruht auf Gegenseitigkeit, hinterlegt. Der FCA habe ein erstes Angebot abgegeben. „Die Verhandlungen aber könnten sich im August, bis das Transferfenster zum Monatsende schließt, noch eine Weile ziehen, berichten Insider aus Mainz. Nichtsdestotrotz: Die beiden Vereine sind zuversichtlich, dass der Deal fixiert werden kann.“ So der Kicker vor wenigen Minuten.

Seit Marwin Hitz Abgang 2018/19 hat der FCA Probleme auf der Schlüsselposition zwischen den Pfosten. Die Torhüter Giefer, Luthe, Koubek, Gikiewicz konnten nicht überzeugen und verschlissen vier FCA-Trainer.

 

geschrieben von sz am 10. August 2022 um 10:19.

09. August 2022

Die Augsburger Zeitung

Stadtrat: SPD/DIE LINKE fordert ein datenbasiertes Parkraummanagement

Die SPD/DIE LINKE-die soziale fraktion fordert ein datenbasiertes Parkraummanagement und stößt dabei auf Wohlwollen seitens der Stadtregierung: „Die Stadt will Einsatzmöglichkeiten prüfen und weiterverfolgen“, wie es in einer Erklärung der sozialen Fraktion heißt.

Freund florian

Dr. Florian Freund

Mit einem Antrag hat die SPD/DIE LINKE-die soziale fraktion die Einführung eines datenbasierten Parkraummanagements gefordert. Die Stadtverwaltung beabsichtigt in Teilen dem Antrag zu folgen.

„Auch, wenn unser Antrag aus finanziellen Gründen nicht in allen Teilen umgesetzt wird, freut es meine Fraktion, dass das Thema Parkraummanagement weiterverfolgt wird. Das Management von Parkraum ist ein drängendes und wichtiges Zukunftsthema für die Stadt Augsburg. Bereits heute ist ein Drittel des Verkehrsaufkommens in deutschen Städten auf Parksuchverkehr zurückzuführen und so auch in Augsburg. Die Belastungen durch den Verkehr und die daraus hervorgehenden Emissionen erfordern aus meiner Sicht einen dringenden Handlungsbedarf. Ein Parkleitsystem alleine reicht nicht aus. Erfahrungen zeigen, dass der Parkplatzsuchverkehr in den umliegenden Gebieten nicht in der Form abgenommen hat, wie erwartet. Das Parkraummanagement bezweckt eine Steuerung der Nachfrage nach Stellplätzen mit dem Ziel, die Verkehrsbelastung zu reduzieren. So zeigen Maßnahmen für die Innenstädte von beispielsweise Wien, Gelsenkirchen, Köln und Tübingen Wirkung, indem die durchschnittliche Parkplatzsuchzeit massiv reduziert werden konnte.“ So das Statement von Fraktionschef Florian Freund.

Die Bauverwaltung sieht den größten Nutzen des beantragten datenbasierten Parkraummanagements in der Reduzierung von unerwünschten Parksuchverkehr in Kombination mit der Sicherstellung der Erreichbarkeit und eines angepassten Parkraumangebots für Bewohner. Aus diesem Grund wird die Verwaltung mit der Geschäftsstelle Smart City entsprechende Einsatzmöglichkeiten prüfen und weiterverfolgen.

 

geschrieben von sz am 09. August 2022 um 13:48.

Stellplatzsatzung: ÖPNV soll stärker berücksichtigt werden

Fraktion Bürgerliche Mitte will Nachbesserungen bei der städtischen Stellplatzsatzung

Die Fraktion Bürgerliche Mitte will die Änderung der Stellplatzsatzung nutzen, um Verbesserungen für den öffentlichen Nahverkehr zu erreichen. Der zwischen CSU und Grünen nachverhandelte Kompromiss sehe lediglich die Aufnahme von Abstellplätzen für Fahrräder zusätzlich zu Autostellplatzplätzen vor. Das bewertet die fünfköpfige Fraktion als ungenügend.

„Wir halten es für richtig, die gestiegene Bedeutung von Fahrrädern in der Stellplatzsatzung zu berücksichtigen“, so Fraktionsvorsitzende Beate Schabert-Zeidler. „Aber es gibt in Augsburg eine sehr große Anzahl von Menschen, die auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind. Die sollten wir nicht vergessen.“

Konkret will die Bürgerliche Mitte Ausnahmen von der Pflicht, Stellplätze zur Verfügung zu stellen, zulassen, wenn Firmen, Geschäfte oder Praxen ihren Angestellten Job-Tickets anbieten. Auch Sportvereine und Konzertveranstalter sollen bei Besucherparkplätzen entlastet werden, wenn die Eintrittskarten als ÖPNV-Ticket genutzt werden können.

 

geschrieben von sz am 09. August 2022 um 13:39.

08. August 2022

Die Augsburger Zeitung

Kahlschlag im Stadtgebiet: Aufruf zu Bürgerprotest

Da die Stadt Augsburg bei ihren Entwicklungsplänen wenig Rücksicht auf Bäume im Stadtgebiet nimmt und weitere Fällungen plant, ruft die politische Gruppierung Augsburg in Bürgerhand zu Protesten auf.

Baum in Wolfzahnau – Archivfoto DAZ

„Gewachsene Bäume haben große Bedeutung für die Klimaresilienz: Sie verbessern die Luftqualität und filtern klimaschädliche Gase aus der Luft. Sie sorgen für Verschattung und verringern damit die Aufheizung. Sie fördern die Biodiversität und erhöhen die Aufenthaltsqualität. Mit umfangreichem Selbstlob („neue Dimension der Klimapolitik“) hat die schwarz-grüne Stadtregierung Ende Juli das Klimaschutzkonzept Blue City in den Stadtrat eingebracht. Verbunden mit diesem Konzept ist das Versprechen, (endlich) wirkungsvolle Maßnahmen gegen die Klimaerwärmung anzuschieben. Die erste Maßnahme nach der Verabschiedung des Konzepts ist jetzt allerdings die beabsichte umfangreiche Abholzung von Bäumen.“ So die Initiative im O-Ton.

„Die Bürger müssen Schwarz-Grün nicht an ihren salbungsvollen Versprechungen messen, sondern an dem was sie tun“, so drückt Stadtrat Bruno Marcon (Augsburg in Bürgerhand) seine Kritik an den Versäumnissen der Vergangenheit aus. Der Regierung fehle nicht nur ein schlüssiges Klimakonzept, sie sei dagegen getrieben von der Ideologie, dass städtisches Grün ein Hemmnis und ein Kostenfaktor in der Bauplanung darstelle, so Marcon weiter. Um die Schaffung vollendeter Tatsachen zu verhindern, hatte Marcon im Juli einen Dringlichkeitsantrag in den Stadtrat eingebracht, den Antrag zur Bauplanung des Bahnhofsvorplatzes aus der Tagesordnung zu nehmen.

Mit Erfolg: Nach ausführlicher Kritik an der Maßnahme durch die Augsburger Allgemeine wurde der Antrag von der Agenda genommen.

geschrieben von sz am 08. August 2022 um 15:33.

Gefeiertes Kindermusiktheater: Dschungelbuch im Abraxas

Rudyard Kiplings Geschichtensammlung Das Dschungelbuch erschien bereits 1885 und bildet mit teils düsteren Erzählungen das Weltbild des Kolonialismus auf schlichte Art und Weise ab. Die bekannteste Erzählung darin handelt von Mogli, einem Findelkind, das von Wölfen aufgezogen wird und mit Tieren im indischen Urwald auf Du und Du zusammenlebt.

Plakat zur Inszenierung – Bildquelle: Fritz Weinert

Kiplings Geschichte des Jungen Mogli enthält sowohl Elemente des bürgerlichen Entwicklungsromans, als auch bereits recht fortschrittlich das biologische Evolutionsnarrativ Charles Darwins, das den Mensch als die überlegene Spezies im irrwitzigen Getümmel aller Tiere abbildet. Walt Disney selbst sorgte in letzter Sekunde dafür, dass das Storyboard zum erfolgreichsten Zeichentrickfilm aller Zeiten ins heitere Genre wechselte, da ihm zu viel Finsternis und somit die Tonalität zu nah an Kiplings Erzählung angelegt war. Eine Großtat Disneys, der wenig später verstarb.

So entstand mit der Disney-Operette Das Dschungelbuch etwas ganz anderes, nämlich ein großartiges Kinderfilm-Musical, das den Aufstieg des Disney-Konzerns zum damals größten Unterhaltungsriesen ermöglichte. In Deutschland war der 1967 in die Kinos kommende Zeichentrickfilm am erfolgreichsten – bis heute. Es existieren unzählige Filmadaptionen und längst inszenieren große Theater die Disney-Operette vor ausverkauften Häusern, wie zuletzt in Wien und Stuttgart geschehen.

Foto: © DAZ

In Augsburg hat sich das kleine Theater „Fritz und Freunde“  dem Stoff gewidmet und das schwierige Genre im Kulturhaus Abraxas zu einem fulminanten Kindermusikstück verwandelt. Fritz und Freunde ist eine Inszenierung gelungen, die von Kindern und Eltern mit enthusiastischem Applaus gefeiert wird.

Detlef Winterberg entwickelte eine unkomplizierte wie zügige Dramaturgie, und er erarbeitete im Entstehungsprozess mit den Schauspielern den Text der Inszenierung. Auch die Musik wurde vom Theaterteam in Zusammenarbeit mit Fabio Esposito selbst komponiert.

In der Rolle des Mogli überzeugt Baris Kirat, der 2021 den Kunstförderpreis der Stadt Augsburg in der Sparte Schauspiel erhielt. Verdichtet wird die Aufführung durch die jungen Schauspielerinnen Janina Schmaus, Annalena Lipp und Jasmin Abed, die ihre Musicalerfahrungen souverän umsetzen. Theaterleiter Fritz Weinert begeistert in der Doppelrolle als Balu und Shir Khan. Die Geschichte ist bekannt: Es handelt sich um ein aufregendes Abenteuer, es geht um Freundschaft und um die Gefahren des Dschungels. Mit Feuer, dem ersten großen Werkzeug des Menschen, gelingt es Mogli, den mächtigen Tiger Shir Khan in die Flucht zu schlagen. Er findet mit Balu dem Bär, mit dem Panther Baghira und mit den Geiern Freunde, doch plötzlich taucht ein Mädchen auf und Mogli versteht sich mit ihr gut. Nun stehen ihm viele Wege offen.

Die letzen Termine:

Fr. 12. Aug 11 und 14 Uhr

Mo 15. Aug 13 und 16 Uhr 

Online Kartenvorverkauf: abraxas-augsburg.reservix.de

geschrieben von sz am 08. August 2022 um 14:50.

07. August 2022

Die Augsburger Zeitung

Kommentar: Der FCA kam mit dem 0:4 gut weg und muss nun handeln

Nach dem Auftaktspiel gegen Freiburg stellt sich nach einer angemessenen Dauer der Ratlosigkeit Ernüchterung ein. Also ein Gefühl der Leere, das auf eine gescheiterte Hoffnung folgt.

Kommentar von Siegfried Zagler

Ratlos, glücklos, hilflos: FCA-Spieler Hahn, Caligiuri, Demirovic – Foto © DAZ

Ernüchterung, Entsetzen, Trostlosigkeit. So lautet die Steigerungsform der FCA-Gefühle. Und dies seit einigen Jahren. Der gestrige Auftritt der Augsburger Bundesligamannschaft passte sich nahtlos an die Leistungen der vergangenen Jahre an. Dreißig Minuten Organisation und Handlungsgeschwindigkeit werden abgelöst durch Ausfallerscheinungen wie bei einer Thekenmannschaft, die nur für dreißig Minuten Luft und Lust hat.

Dreißig Minuten waren gegen einen starken Gegner höchste Konzentration, Spielfreunde und Offensivfußball mit Abschlusswillen angesagt, dreißig Minuten war der FCA deshalb das leicht bessere Team und ließ erkennen, dass dieses Spiel gewinnbar war. Doch dann ließ die Struktur von Minute zu Minute nach, weshalb der Gegner schneller wirkte, da er immer mehr Raum und Zeit bekam.

Die Freiburger haben gestern einen Kantersieg versäumt, indem sie einige Großchancen liegen ließen. Aber auch vier Tore in einer Halbzeit sind für den FCA eine Katastrophe, nach der man nicht geräuschlos zur Tagesordnung übergehen darf. Die Kollegen der Augsburger Allgemeinen und des Boulevards haben ihrer Frustration freien Lauf gelassen, indem sie sehr schlechte Noten für die Augsburger Spieler vergaben. Das kann machen, zielt aber am Problem vorbei, da lediglich Demirovic und Gikiewicz deutlich unter Bundesliganiveau lagen.

Die FCA-Katastrophe ist nicht mit der Summe schlechter Einzelleistungen zu erkären, sondern mit dem Versagen des Kollektivs – und dazu gehört auch der Trainer. In der Pressekonferenz nach dem Spiel wollte eine Journalistin ein fehlendes Aufbäumen nach dem 0:2 erkannt haben. FCA-Trainer Maaßen wies das zurück und hatte Recht. Andersherum wird ein Schuh daraus: Nach den beiden Blitztoren wollten die Augsburger zu viel und drängten zu nassforsch auf den Anschlusstreffer, womit die Augsburger den Breisgauern in die Karten spielten. Ein Blitztor nach Wiederanpfiff und ein Granatenfehler des Torwarts sorgten in 105 Sekunden dafür, dass der FCA seine Struktur komplett verlor.

Nach dem 0:2 wäre Ruhe angesagt gewesen, hätte Maaßen von außen darauf drängen müssen, dass die Abwehr tief steht und dem Spiel die Dynamik entzieht, um nach und nach wieder zur Struktur der Eingangsphase zurückzufinden. Erst wenn ein Anschlusstreffer gefallen wäre, hätte man die Schleusen weiter öffnen können.

Der FCA glich nach der 48. Minute einem aufgerissenem Federkissen, dass man nur leicht schütteln musste, um es aufzulösen.

Die Wahrheit einer Mannschaft wird nicht nur durch eine Halbzeit, ein Ergebnis, ein Spiel beschrieben, sondern durch den Tabellenstand nach dem 34. Spieltag. Und selbst dieser unbestreitbare Wirklichkeitsstand ist nicht viel mehr als eine kurze Erkenntnis für sich.

Was also können wir wissen – über den Augsburger Bundesligaklub? Was können wir erkennen und wie können wir handeln?

Eine einfache Augsburger Wirklichkeitsbeschreibung sieht so aus: Nach Marwin Hitz stand beim FCA kein guter Keeper mehr im Tor. Die Kette Giefer-Luthe-Koubek-Gikiewicz hat in Augsburg vier Trainer verschlissen. Ergo muss schnellstmöglich ein Bundesligatorhüter verpflichtet werden.

Gestern war auch mit Händen zu greifen, dass dem FCA ein Leader auf dem Feld fehlt. Gouweleeuw ist es nicht, Caligiuri sicher nicht und am wenigsten Gikiewicz, der sich im ersten Jahr in diese Rolle quatschen wollte. Wer welche Rolle neben dem Platz spielt war und ist beim FCA unklar, auf dem Platz fehlt erkennbar ein Spieler, der den Laden zusammenhält, wenn es brennt – nicht mit dem Mundwerk, sondern mit rustikaler fußballerischer Gestaltungskraft.

Und drittens fehlt dem FCA ein Präsident, ein Vorstandsvorsitzender, der außerhalb der kurzatmigen Analysen von Trainern und Manager dem Verein eine Stimme, ein Gesicht gibt. Seit Monaten könnte man denken, dass es beim FCA darauf nicht ankommt. Dem FCA droht ein Start mit 0:9 Punkten, droht eine sportliche Krise wie in seinen ersten beiden Bundesligajahren. Es ist gut möglich, dass der FCA erst verspätet mit der Höchststrafe für die unbegreiflichen Fehler bei der Kaderbildung in der Vergangenheit bestraft wird und vor einer Horror-Saison steht. Ob ein junger Trainer wie Maaßen das aushalten würde? Auf den neuen Vereinschef wartet jedenfalls eine Mammutaufgabe, denn Krise braucht starke Kommunikation.

Wie man weiß, ist dass nicht die Stärke von Stefan Reuter und wohl auch nicht von Trainer Maaßen.

geschrieben von sz am 07. August 2022 um 12:21.

06. August 2022

Die Augsburger Zeitung

FCA vs. Freiburg: Vier auf einen Streich!

Der FC Augsburg verliert gegen den SC Freiburg am ersten Spieltag der Fußballbundesliga mit 0:4. Die Tore der Freiburger erzielten  vor 26.310 Zuschauern Gregoritsch (46.) sowie Grifo (48.), Ginter (61.) und Doan (78.) in einem Spiel, in dem der FCA in der zweiten Halbzeit wenig Bundesligatauglichkeit erkennen ließ.

 

Kapitäne im Clinch – Foto: © DAZ

Freiburg gewann im Pokal gegen Zweitligist Kaiserslautern erst in der Verlängerung mit 2:1. SC-Trainer Christian Streich sah dennoch keinen Grund für Veränderungen und schickte die Pokalelf auf den Rasen. Auch Enno Maaßen veränderte zum Bundesliga-Auftakt die Startelf nicht, die im Pokal gegen Regionalligist Lohne mit 4:0 gewann. Jensen und Niederlechner, die in Lohne in Halbzeit zwei mehr Schwung in den Angriff brachten, saßen zu Beginn erneut auf der Bank.

Bis zur 30. Minute bestimmte der FCA das Spielgeschehen, presste früh und nahm den Freiburger Außenstürmern die Konterräume durch eine geschickte Staffelung der ersten Defensivreihe. In der 3. Minute verlängert Hahn eine Hereingabe auf Caligiuri, der aber aus der Drehung weit verzieht. Iago und Rexhbecaj spielen auf dem linken Flügel einen schnellen Doppelpass, Iagos scharfe Flanke wird aber von Lienhart vor dem lauernden Hahn geklärt.

Auch der SC Freiburg presst hoch, doch der FCA kommt mit schnellen Ballstafetten besser durch die Breisgauer Offensivverteidigung, weshalb die Augsburger zunächst als das aktivere Team wirken – und sich auch die besseren Torchancen erarbeiten: In der 9. Minute erobert sich Caligiuri einen langen Ball, zieht von rechts mit einem einfach Trick in die Mitte und schlenzt mit links das Leder am langen Kreuzeck vorbei – sehr knapp vorbei, um genau zu sein. Eine Führung des FCA wäre zu diesem Zeitpunkt völlig in Ordnung gewesen.

Herzlichkeit zwischen Freunden – Foto: © DAZ

In der Folge ist der FCA das aktivere Team in einem insgesamt intensiven Spiel mit passablen Fußballkünsten. Der FCA drückt mehr nach vorne als die Gäste, die sich um Ruhe bemühen und den Ball lange hinten herum spielen. Schiedsrichter Bastian Dankert verletzt sich in der 29. Minute bei einem Zusammenprall mit Freiburgs Kapitän Günter und muss kurz behandelt werden und kann danach weitermachen. Doch nun sind die Freiburger das aktivere Team und kommen zu optionalen Möglichkeiten und zu einer sehr konkreten in der 33. Minute, als Günter von rechts einen Flachschuss abzieht und der Ball vom Pfosten ins Feld zurückspringt.

Freiburg drängt weiter, der FCA kontert und das Spiel wankt hin und her. Wenige Sekunden vor Ende der ersten Halbzeit kontert Freiburg über Dohan, dessen Schuss in letzter Sekunde geblockt wird; Eggesteins Nachschuss zieht am langen Eck vorbei.

Fazit zur Halbzeit: Beide Mannschaften spielen auf Augenhöhe ansehnlichen Fußball.

In Halbzeit zwei verschenkt der FCA das Spiel in wenigen Sekunden: 15 Sekunden nach Wiederanpfiff kommt Sildilla frei zum Flanken und Gregoritsch köpft den Ball gekonnt zum 0:1 für Freiburg ein. Noch schlafmütziger die 2:0-Führung der Freiburger 90 Sekunden später: Weit vom Tor entfernt versenkt Grifo eine Bogenlampe und lässt dabei FCA-Keeper Gikiewicz ganz schlecht aussehen.

In der 55. Minute lädt Demerovic Sallai zum Torschuss ein, der dankbar annimmt. Doch der Videoschiedsrichter will erkannt haben, dass Sildilla aus einer Abseitsposition heraus unzulässig eingegriffen haben soll.

Wenig später nimmt Maaßen einen Dreifachwechsel vor: Niederlechner kommt für Demerovic, Jensen für Hahn und Pedersen für Caligiuri. Kurz darauf ist das Spiel entschieden: Ginter springt in eine Kopfballvorlage und netzt überlegt ins lange Eck zum 3:0 für Freiburg ein (61.).

Der FCA zeigt sich aber nicht geschockt und spielt weiter nach vorne, während Freiburg gefährlich kontert, doch das 0:4 geht auf Iagos Kappe, der Doan das Leder auflegt, der es wiederum humorlos in die Augsburger Maschen knallt (78.).

Im Anschluss bemühten sich die Augsburger redlich um den Ehrentreffer, ohne die Freiburger Abwehr dabei vor ernsthafte Probleme zu stellen.

Am kommenden Samstag (15.30) hat es der FCA in Leverkusen mit einer weiteren Spitzenmannschaft zu tun.

Startaufstellungen:

FC Augsburg: Gikiewicz – M. Bauer, Gouweleeuw, Uduokhai – Gruezo, Caligiuri, Iago, Rexhbecaj, Maier – Hahn, Demirovic.

SC Freiburg: Flekken – Sildillia, Ginter, Lienhart, Günter – M. Eggestein, Höfler, Doan, Sallai, Grifo – Gregoritsch.

geschrieben von sz am 06. August 2022 um 15:42.

Rückblick auf das Filmfest Ballmertshofen

Die Befürchtung, die Besucher des 45. Ballmertshofer Filmfests könnten nach der zweijährigen Corona-Zwangspause ausbleiben, war unberechtigt. Einmal mehr behauptete dieses Kult-Event auf dem Härtsfeld seinen Sonderstatus als weltweit einziges Filmfest, das mehr Besucher anlockt als der Ort Einwohner hat.

Besucherparkplatz des Festivals

Lediglich der Kinosaal in der früheren Hauptschule war weniger gefüllt als in den Vorjahren, was freilich in erster Linie den Corona Vorsichtsmaßnahmen (Beschränkung auf 100 Sitzplätze) der Veranstalter geschuldet war. Die Open Air Vorstellungen an den drei Filmfesttagen dagegen waren ebenso wie die Auftritte der Künstler aus Heidenheim und Aalen, dem Folk Duo  “You`N`Me“ und dem Zauberer Andreas Klews bestens besucht.

Vorfahrt für Lokales und Regionales

Auf den beiden Filmfestwiesen waren erstmals ebensoviele Autos und Campingbusse mit den Kennzeichen HDH zu sehen wie aus den Heimatkreisen der Filmfest Organisatoren (A, Tü, FS und RV). 

Bei der Neuauflage dieses traditionsreichen Kultur-Highlights auf der Ostalb fielen neben vielem Altbewährtem wie dem Sebastian-Kneipp-Gedächtnislauf, dem Filmfest-Lagerfeuer und dem Fussballderby zwischen Filmfest Team und der Dorfmannschaft (7:1 Sieg für das Filmfest Team) neue Trends ins Auge.

So spiegelten sich nicht nur im Filmprogramm (Der wilde Wald) die Themen Klimawandel und Nachhaltigkeit wieder. Neben dem Stand des örtlichen Biobauers, an dem sich die Filmbesucher mit heimischen Produkten eindeckten, bereicherten Hafermilch, Tofu-Curry-Mittagsgericht, Frittierte Gemüse Schalen  die traditionellen Filmfest Speisekarte. Auch auf dem Sportplatz des Filmfest Geländes war die Zeit nicht stehen geblieben.

Neben Volleyball und Fußball vertrieben sich viele jüngere Filmfest-Fans die Zeit mit Spikeball Turnieren. Neu war selbst das Format des traditionellen Bob Dylan Vortrags, der diesmal mit Beteiligung der Filmfestbesucher über die Bühne ging. Ausgewählte Vorleserinnen trugen Texte aus dem Buch Look out Kid vor, in dem bekannte Autoren ihren Lieblingssongs von Bob Dylan huldigen. Garniert wurde dies mit den entsprechenden Songs und Diskussionsbeiträgen von den Bob Dylan Fans und Dylanologen im gut gefüllten Filmsaal.

Fazit des 45. Filmfests Ballmertshofen: das Ku(h)ltige Event  hat von seinem ländlichen Charme nichts eingebüßt und zeigt sich nicht zuletzt mit seinem Filmfest Shop – https://filmfestkuh.myspreadshop.de/  – auf der Höhe der Zeit und offen für neue Trends.

geschrieben von sz am 06. August 2022 um 11:01.

FCA gegen Freiburg: Drei auf einen Streich?

Sollte der FCA heute Nachmittag auf dem Lechfeld gegen den FC Freiburg gewinnen, dann wird im DAZ-Bericht das Fragezeichen durch ein Ausrufezeichen ersetzt.

Doch warum sollte der FCA gegen Freiburg gewinnen? Die Breisgauer haben sich längst in der Bundesliga als feste Größe etabliert und den beeindruckenden Nachweis geführt, dass man auch als kleiner Verein mit dem richtigen Trainerteam in die zweite Klasse der Bundesliga aufsteigen kann.

Die Vierklassengesellschaft der Bundesliga besteht aus Bayern München, der eine eigene Klasse bildet und den den „großen Drei“ Dortmund, Leverkusen und Leipzig sowie der dritten Klasse, der der SC Freiburg zusammen mit Gladbach, Hoffenheim und Frankfurt anführt. Der Rest der Liga bildet den „vierten Stand“, der sich entweder vorübergehend in die oberen Klassen hinein arbeitet, oder gegen den Abstieg zu kämpfen hat.

Um zur Ausgangsfrage zurückzukehren: Der FCA kann selbstverständlich gegen Freiburg gewinnen, da in der Bundesliga alle Mannschaften des vierten Stands gegen die „höheren Schichten“ gewinnen können. Die Freiburger haben für die kommende Saison (das haben sie mit dem FCA gemeinsam) ihren Kader weder verbessert noch verschlechtert. Mit Ritsu Doan ist ihnen in der Offensive ein Prinzentransfer gelungen. Matthias Ginter ersetzt in der Defensive Schlotterbeck eins zu eins. Allerdings sind mit Schade und Höler sowie dem angeschlagenen Kübler wertvolle Kräfte nicht dabei oder auf der Bank (Kübler). Schwieriger gestaltet sich aber die Verletzungssituation beim FCA: Niklas Dorsch fällt nach seinem Mittelfußanbruch wochenlang aus, Reece Oxford befindet sich noch im Aufbautraining, ebenso Ruben Vargas: Drei Spieler, die den Augsburgern richtig abgehen und auch kaum zu ersetzen sind.

Freiburgs Pepi heißt seit wenigen Wochen Gregoritsch, der möglicherweise in Christian Streichs Startelf steht. Auch wenn Streichs Truppe formal besser ist, zählt der Heimvorteil des FCA, der ein wenig Glück und viel Kampfkraft braucht, um Streich auf einen Streich drei Punkte vom Honigbrot zu wischen.

geschrieben von sz am 06. August 2022 um 09:53.

05. August 2022

Die Augsburger Zeitung

Vorläufige Lösung in der Debatte um „Sportkind“-Monitore: Duldung bis zu neuer Regelung

In der Debatte bezüglich der Monitore im Schaufenster des Bekleidungsgeschäfts „Sportkind“ am Rathausplatz hat sich die Stadt auf eine vorläufige Lösung verständigt.

Im Zuge der öffentlichen Diskussion um die Gestaltung der Schaufenster der Firma. Sportkind ist die politische Abstimmung hinsichtlich des weiteren Vorgehens abgeschlossen worden.

Hinsichtlich der Duldung von Vorhaben bis zu dem Erlass einer neuen allgemeingültigen Regelung wurde folgende Einigung zwischen den Fraktionen CSU, Bündnis90/Die Grünen, SPD/Die Linke, Bürgerliche Mitte sowie der im Bauausschuss vertretenen Einzelstadträtin Margarete Heinrich erzielt:

„Die Verwaltung wird beauftragt, bis zum Erlass einer neuen allgemeingültigen Richtlinie Duldungen für die Fa. Sportkind und vergleichbare Vorhaben auszusprechen, die den nachfolgenden Erwägungen und Klarstellungen entsprechen:

  1. Begrenzung der Häufigkeit des Bilderwechsels auf maximal 3 Bilder pro Minute, wobei die Bilder keine Widergabe der Geschäftsbezeichnung, keine Markenbenennungen oder Hinweise auf Sonderaktionen beinhalten dürfen.
  2. Begrenzung der Helligkeit abhängig von der Umgebungshelligkeit und Tageszeit, so dass die Präsentationen nicht grell oder als störend wahrgenommen werden.
  3. Verbot von blinkenden oder aufmerksamkeitsheischenden Signalen
  4. Abschaltung der Monitore in dem Zeitraum von 21:00 bis 06:00 Uhr.
  5. Begrenzung der Größe der -Monitore in Anlehnung an vergleichbare Darstellungen von Mode mittels Schaufensterpuppen oder Plakaten.
  6. Eine Duldung wird zeitlich befristet, längstens bis zum Erlass der genannten Richtlinie ausgesprochen. Nach Vorliegen der genannten Richtlinie ist über das konkrete Vorhaben entsprechend den Inhalten der genannten Richtlinie abschließend zu entscheiden.
Zudem wird, wie bereits mitgeteilt, eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die sich aus Vertreterinnen und Vertretern der Verwaltung, des Denkmalschutzes und verschiedener betroffener, externer Institutionen und Experten, z.B. der IHK und des Einzelhandelsverbandes zusammensetzt. Diese soll Grundlagen für eine allgemeingültige Richtlinie über die zukünftige Gestaltung von Schaufenstern in der Innenstadt innerhalb von denkmalgeschützten Gebäuden oder bei solchen in einem denkmalgeschützten Ensemble erarbeiten.

Dazu Oberbürgermeisterin Weber: „Ich danke allen, die mir bei meinem Vorschlag zur Erarbeitung einer allgemeingültigen Regelung gefolgt sind und einer Duldung zugestimmt haben. Der Fall Sportkind ist nur ein Beispiel für größere Aufgaben: Wie besteht der Augsburger Innenstadthandeln den Wettbewerb gegen (globale) Onlinekonzepte? Wie können wir ein hochattraktives Umfeld für innovative Geschäftsideen werden? Und wie dabei unser historisches Flair bewahren, aber mit neuen modernen Kontexten? Ermöglichen lautet die Botschaft und dafür brauchen wir ein neues Update-Programm für unsere Strukturen.“

geschrieben von sz am 05. August 2022 um 15:13.

04. August 2022

Die Augsburger Zeitung

Anmerkung zum Gendern: Im Labyrinth der feministischen Etikette

Warum die Stadt Augsburg das Gendern nicht ernst nimmt

Kommentar von Siegfried Zagler

Der feministische Angriff auf das unbestimmte Pronomen „man“, das durch „frau“ ersetzt werden sollte, ist eine Weile her und verlief im Sande, wie viele andere Versuche, mehr Geschlechter-Gerechtigkeit in der deutschen Sprache herzustellen. Das war in den 90er Jahren, als die bundesdeutsche Gesellschaft noch hinterm Mond lebte und am Abend weiße Socken trug. Nicht ganz unabhängig davon hatte die Resistenz der konservativen Grammatikwächter damals einen entschiedenen Grundton, der sich durchsetzte. Wie das in der heutigen Genderdebatte wohl auch zu erwarten ist.

Auch wenn es thematisch nicht ganz zum Thema passt: Das N-Wort, das M-Wort, das Z-Wort waren damals noch im Gebrauch, als wären diese rassistischen Zuschreibungen etwas Natürliches. Dort, wo diese Wörter heute noch verwendet werden, ist gestern, ist Hinterwald. Medien, Gruppen und Personen, die das anders sehen, befinden sich gesellschaftlich auf dem Rückzug und haben immer weniger zu sagen. Das ist gut so und eine Fortschrittsentwicklung. Dass es sich beim Verzicht auf bestimmte Nomen nicht um einen Eingriff in die Grammatik handelt, muss an dieser Stelle nicht hervorgehoben werden.

Anders verhält es sich beim Gendern. Wenn die kategorisierenden Substantivbildungen wie zum Beispiel „der Bürger, der Besucher, der Zuschauer, der Arbeiter, der Raucher“ usw. nicht mehr ausreichen, alle Menschen abzubilden, weil sich die bundesrepublikanische Gesellschaft in den vergangenen dreißig Jahren radikal verändert hat und mit Macht zu einer anderen Grammatik strebt, dann wäre dieser Kommentar überflüssig, wie unzählige andere Kommentare zum Gendern.

Dem ist aber nicht so. Gendern ist noch nicht viel mehr als eine politische Attitüde, eine Sprechetikette, ja eine Art anbiedernder Sprachgebrauch, der selbst von denjenigen, die ihn verwenden, nicht ernstgenommen wird. Gendern ist nach wie vor eine Kunstgrammatik, die sich im Labyrinth der feministischen Etikette verlaufen hat. Nachweisen lässt sich das ziemlich einfach mit dem schüchternen Gendern der Stadt Augsburg, die in ihren Verlautbarungen gendert, also von Bürger*innen spricht und somit festlegt, dass die „Bürger“ der Stadt nur noch Männer sind.

Dementsprechend wären dann die städtischen Bürgerbüros Ämter, die nur für Männer zugänglich sind. Das Gleiche gilt für Bürgerversammlungen oder Bürgerbeteiligungsprozesse: Würde die Stadt ihre eigene Gender-Grammatik ernst nehmen, müsste sie ihre Bürgerämter in „Bürger*innenämter“ umbenennen – oder eben den Frauen den Zutritt verwehren. Ein fehlendes Römermuseum wäre als „Römer*innenmuseum“ zu bezeichnen, ein Neubürgerempfang als Neubürger*innenempfang usw..

Schreckt die Stadt davor zurück, weil es sich um unpopuläre Maßnahmen handeln würde, die ihr die Bürger*innen um die Ohren schlagen würden? Unterlässt sie es, weil sie ihrer eigenen Courage nicht traut? Dann sollte sie das Gendern ganz bleiben lassen.

„Wer A sagt, der muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war“, so Bert Brecht. Das ist Brechts Postulat zur Erkenntnisfähigkeit bezüglich der eigenen Irrtümer, die gern einer falschen Logik folgen.

Falls aber A richtig ist und B nicht gesagt wird, dann handelt die Politik nicht, weil sie mutlos ist. So gesehen, sollte man in der Brechtstadt klug sein und einsehen, dass A falsch war.

geschrieben von sz am 04. August 2022 um 22:24.

Staats- und Stadtbibliothek Augsburg: Förderverein übergibt namhafte Bücherspende

Die Staats- und Stadtbibliothek Augsburg erhielt hochkarätigen Zuwachs – Förderverein übergab namhafte Bücherspende

Gutenberg-Bibel im Bestand der Staats-und Stadtbibliothek Augsburg Foto © DAZ

Anlässlich der Mitgliederversammlung des Fördervereins  übergab der Vorstand der Initiative Staats- und Stadtbibliothek Augsburg e.V. an den Bibliotheksleiter Dr. Karl-Georg Pfändtner mehr als 80 gedruckte Bücher, Handschriften und Grafikblätter zur Erweiterung des Bibliotheksbestands.

Der Verein, gegründet 2010, als die damalige Stadtregierung den Fortbestand der Bibliothek in Frage stellte, konzentrierte sich während der Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie in seiner Tätigkeit zur Unterstützung der Bibliothek auf die Erwerbung von antiquarischen Büchern zur Bestandsergänzung. Auch wenn die Staats- und Stadtbibliothek Augsburg über einzigartige Bestände zu Stadt, Umkreis und insgesamt Bayerisch-Schwaben verfügt, ist bei weitem nicht jedes in Augsburg gedruckte Buch vorhanden.

Dr. Helmut Zäh

„Die alte Stadtbibliothek wurde bis weit ins 19. Jahrhundert ausschließlich von protestantischen Direktoren geleitet, die mit katholischer Erbauungsliteratur wenig anfangen konnten. Dabei machte gerade diese Literatur jahrhundertelang den Hauptanteil der Augsburger Verlagsproduktion aus“, so Michael Ritter, 2. Vorsitzender der ‚Initiative‘.

Aufgrund der äußerst beengten Verhältnisse im alten, bis 1893 genutzten Bibliotheksgebäude im Annahof wurden zahlreiche wertvolle Werke, weil von ihnen noch weitere Exemplare vorhanden waren, als sogenannte Doubletten abgegeben. Dadurch wurde der historische Bestand erheblich dezimiert. Zwei der auf diese Weise abhanden gekommenen Bücher, deren Bewahrung oft wegen ihrer Provenienz heute trotzdem interessant gewesen wäre, konnten nun von der ‚Initiative‘ wieder zurückgeführt werden. Eines davon hatte 1563 der damalige Stadtbibliothekar Hieronymus Wolf (1516–1580) aus Anlass der Fertigstellung des Gebäudes im Annahof kostbar binden lassen und ‚seiner‘ Bibliothek geschenkt.

Zu den bemerkenswertesten Neuerwerbungen gehört die 1833 im Verlag Dannheimer in Kempten erschienene ‚Kosmethik des weiblichen Geschlechts‘, die erste von einer Frau verfasste Schrift über Kosmetik in deutscher Sprache. Erforscht hat dieses außerordentlich seltene Werk bislang noch niemand. Auch über die Verfasserin Jakobine Weiler weiß man bisher nur, dass sie eine Tochter der Sophie Juliane Weiler, der Autorin des in zahlreichen Auflagen erschienenen ‚Augsburgischen Kochbuchs‘, war.

Ansonsten kennt man nicht einmal ihre Lebensdaten. Ähnlich selten sind zahlreiche weitere Werke aus der Schenkung der ‚Initiative‘, wie etwa der 1838 in Ottobeuren gedruckte ‚Auszug aus meinem Tagebuche während meines dreijährigen Aufenthaltes in Griechenland‘, verfasst von einem Freiwilligen, der sich 1835 den bayerischen Unterstützungstruppen für König Otto angeschlossen hatte. Zur Erweiterung der bedeutenden Einbandsammlung der Bibliothek konnte ihr Freundeskreis sechs außergewöhnliche Stücke erwerben, zwei Fugger-Einbände und vier Wappeneinbände aus der Bibliothek des Jaroslav Borsita von Martinitz (1582–1649), der als eines der Opfer des Prager Fenstersturzes in die Geschichte eingegangen ist.

Einen besonderen Schwerpunkt der Schenkung der ‚Initiative‘ bilden Ausgaben von Werken des Jugendschriftstellers Christoph von Schmid (1768–1854), dessen weltberühmtem Weihnachtslied ‚Ihr Kinderlein kommet‘ die Bibliothek 2018 eine Ausstellung gewidmet hatte. Die 3. Vorsitzende Katrin Holly erläutert hierzu: „Zu den Illustrationen der Werke Christoph von Schmids läuft aktuell ein Dissertationsprojekt. Wenn nun die ‚Initiative‘ Ausgaben erwirbt, die in der Schmid-Sammlung der Bibliothek fehlen, vermehrt sie damit nicht nur die weltgrößte, aber noch lange nicht komplette Sammlung von Werken Schmids. Vielmehr unterstützt der Verein zugleich die Doktorandin und kommt seinem satzungsmäßigen Auftrag nach, Forschungen zu den Beständen der Bibliothek zu fördern.“

Über die unerwartete Bescherung mitten im Sommer zeigte sich Bibliotheksleiter Dr. Karl-Georg Pfändtner positiv überrascht und höchst erfreut: „Das sind tolle Stücke, um die sich Helmut Zäh bemüht hat. Nicht nur die Geld- und Sachspenden der ‚Initiative‘ für unser Haus sind bemerkenswert, sondern vor allem auch das persönliche Engagement, allen voran des Ersten Vorsitzenden. Alleine könnte die Bibliothek das sicher nicht stemmen.“

geschrieben von sz am 04. August 2022 um 18:25.

02. August 2022

Die Augsburger Zeitung

Offener Brief: Museen dürfen nicht zur Verfügungsmasse bei Schließungsszenarien werden

Schaezlerpalais Foto: DAZ

Die Arbeitsgemeinschaft der Museen in Bayern sieht mit Sorge und Unbehagen auf den kommenden Herbst und die damit verbundene und wohl „immer dramatischer werdende Energiekrise, die alle Bereiche unseres Lebens trifft, somit auch die Museen Bayerns“, wie es in dem Offenen Brief heißt, der sich vorausschauend gegen ein mögliches Schließungsszenario kultureller Einrichtungen wendet, das wohl zuerst und am härtesten die öffentliche Museumslandschaft treffen würde. Da im kommenden Herbst und Winter mit besonderen Herausforderungen zu rechnen ist, möchten die Museen mit einem offenen Brief bereits heute auf ihre besondere Situation aufmerksam machen.


Offener Brief der Arbeitsgemeinschaft der Museen in Bayern

02. August 2022

Museen sind wichtig für unsere Gesellschaft! 

Erst Corona, dann der Ukraine-Krieg und nun eine europäische Energiekrise, deren Auswirkungen noch nicht abschätzbar sind. Diese Ereignisse haben weitreichende Auswirkungen auf unsere Gesellschaft, unser Miteinander und auf unsere Kultur. Die steigenden Energiepreise werden ein breitflächiges Handeln der öffentlichen Hand zur Folge haben, bei der auch unpopuläre Maßnahmen nicht auszuschließen sind. 

Diese Überlegung war bedauerlicherweise schon bei der Corona-Krise ausschlaggebend. Die Museen zählten damals, neben Theatern und Konzert-Veranstaltungen, mit zu den ersten Leidtragenden des Kulturbetriebes. Theater und Konzertveranstaltungen fanden eine Lobby, die Museen wurden vergessen. Dies muss in Zukunft vermieden werden! Die Museen verwahren und bewahren wertvolles Kulturgut für die Gesellschaft, die ohne Geschichte und Kultur ihre Identität verlieren würde. Kultur verbindet und fördert gegenseitiges Verständnis und ist die Basis für unser Miteinander. Ein Umstand, der durch den Krieg in der Ukraine deutlich wird. In der Ukraine werden gerade auch Kultureinrichtungen zerstört, um die Gesellschaft zu verunsichern und zu spalten. 

Wurden die Museen vom Gesetzgeber nicht dazu verpflichtet Kulturgut zu schützen? Dazu mussten sie sich gut aufstellen, mussten die geforderten klimatischen und sicherheitstechnischen Bedingungen herstellen, die in Leihverträgen und mit den Versicherungen schriftlich fixiert sind. 

Das Wort »Schließungsszenario« darf deshalb keine Alternative für die Aufrechterhaltung eines Museumsbetriebs sein. Museen erweitern nicht nur mit Ausstellungen unser Wissen, sie sind vor allem auch Verwahrorte für kunst- und kulturgeschichtliche Objekte und Gegenstände. Museen sind unser kulturelles Gedächtnis, dessen Erhalt und Weiterentwicklung hohe Relevanz haben muss. 

Natürlich wissen wir alle, dass es ohne Einsparungen nicht geht. Dies trifft die vielen kleinen Museen besonders hart, die ohnehin schon am Limit arbeiten, um die vertraglich festgelegten Leih- und Versicherungsbedingungen zu erfüllen. Und natürlich wollen wir alle Energie sparen und wir sparen auch schon tatsächlich Energie, dort wo es geht. 

Daher bitten wir alle Verantwortlichen um einen maßvollen Umgang bei den kommenden Entscheidungen und Maßnahmen zur Reduktion unserer energetischen Haushalte. Wie die Archive und Bibliotheken müssen Museen sehr sorgsam behandelt werden, da sie ganz wesentlich zum Erhalt unseres Kulturgutes beitragen. In dieser Hinsicht sind auch Museen systemrelevant. Daher brauchen sie Unterstützung von Ihren Trägern und von der Politik, damit in energiesparende Beleuchtung, neue Technik sowie moderne Heiz- und Kühlsysteme zukunftsorientiert investiert werden kann.

Museen dürfen zu keiner reinen Verfügungsmasse bei möglichen Schließungsszenarien werden!

Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Museen in Bayern

Dr. Christof Trepesch (Kunstsammlungen und Museen Augsburg)

Dr. Elisabeth Boser (Dachauer Galerien und Museen)

Dr. Marina von Assel  (Kunstmuseum Bayreuth)

Dr. Maria Baumann  (Diözesanmuseum Regensburg)

Dr. Stefanie Buchhold (Oberhausmuseum Passau)

Dr. Frauke von der Haar (München Stadtmuseum)

Dr. Rainhard Riepertinger (Haus der Bayerischen Geschichte)

Dr. Thomas Schauerte (Museen Aschaffenburg)

geschrieben von sz am 02. August 2022 um 08:36.

01. August 2022

Die Augsburger Zeitung

Kunstsammlungen: Führungen und Veranstaltungen vom 1. bis 7. August 2022

Auch in den Sommerferien warten die städtischen Kunstsammlungen mit einem starken Programm für die Daheimgebliebenen auf. Hervorzuheben sind folgende Veranstaltungen, die am kommenden Sonntag stattfinden: Der 1-Euro-Sonntag mit Führungen in ukrainischer Sprache durch das Römerlager (Eintritt für Geflüchtete frei), sowie die Führung durch die Ausstellung „Pax & Pecunia. Kunst, Kommerz und Kaufmannstugend in der Augsburger Deckenmalerei“ im Schaezlerpalais (11 Uhr).

Termine

Donnerstag, 4. August
17 Uhr: Führung „Liebling des Monats: Der Siegesaltar und der Limesfall“ im Römerlager im Zeughaus. Kosten: nur Eintritt.

Freitag, 5. August
15.30 Uhr: Führung „Wunder der Technik: Camera Obscura – Eine Zeichenhilfe für die Künstler“ im Maximilianmuseum. Kosten: nur Eintritt.

Samstag, 6. August
14 Uhr: Turnusführung durch die Sonderausstellung „Pax & Pecunia. Kunst, Kommerz und Kaufmannstugend in der Augsburger Deckenmalerei“ im Schaezlerpalais. Kosten: nur Eintritt.

14 Uhr: Turnusführung durch das Römerlager im Zeughaus. Kosten: nur Eintritt.

Sonntag, 7. August / 1-Euro-Sonntag
11 Uhr: Führung in ukrainischer Sprache durch das Römerlager im Zeughaus. Eintritt für Geflüchtete frei, ansonsten nur Eintritt.

11 Uhr: Führung „Ins Museum und durch die Stadt“ durch die Sonderausstellung „Pax & Pecunia. Kunst, Kommerz und Kaufmannstugend in der Augsburger Deckenmalerei“ im Schaezlerpalais und zu ausgewählten originalen Standorten der Deckengemälde in der Augsburger Innenstadt. Kosten: nur Eintritt.

13 Uhr: Familienführung „Das prächtige Schaezlerpalais im historischen Gewand“ durch die Dauerausstellung im Schaezlerpalais. Kosten: nur Eintritt.

13 Uhr: Führung „Keine Kunst ohne Künstlerin: Tina Modotti“ in der Ausstellung „European Trails. Europäische Fotokünstlerinnen der Gegenwart“ im H2 – Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast. Kosten: nur Eintritt.

13 Uhr: Turnusführung durch das Römerlager im Zeughaus. Kosten: nur Eintritt.

14 Uhr: Turnusführung durch die Ausstellung „European

Trails. Europäische Fotokünstlerinnen der Gegenwart“ im H2 – Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast. Kosten: nur Eintritt.

14 Uhr: Turnusführung durch die Dauerausstellung mit Rokoko-Festsaal im Schaezlerpalais. Kosten: nur Eintritt.

15 Uhr: Turnusführung durch die Dauerausstellung im Maximilianmuseum. Kosten: nur Eintritt.

15 Uhr: Führung in ukrainischer Sprache durch das Schaezlerpalais. Eintritt für Geflüchtete frei, ansonsten nur Eintritt.

16 Uhr: Turnusführung durch die Ausstellung „Die modernen Frauen des Atelier Elvira“ im Grafischen Kabinett. Eintritt frei!

Foto:  © Kunstsammlungen & Museen Augsburg — M. Wagner

geschrieben von sz am 01. August 2022 um 11:43.

Goldener Finaltag der Kanuslalom-WM an einem Sonntag im Zeichen des Sports

Der gestrige Sonntag war für Augsburger Sportfans ein Stresstag im positiven Sinn, auch wenn die großartigen DFB-Frauen ihr EM-Finale in London nicht gewinnen konnten. Sonnenschein dagegen beim FCA, der sicher in die zweite Runde des DFB-Pokals einzog und ein goldener Finaltag der Kanuslalom-WM, da mehr als 8000 Zuschauer im Olympiapark am Eiskanal bei bestem Sommerwetter die Siege von Andrea Herzog aus Leipzig und des Augsburgers Sideris Tasiadis in den Canadier-Einer-Finalläufen bejubelten.

Canadier-Einer: Sideris Tasiadis auf seinem Weg zu Gold — Foto: Michael Neumann/redgun

Den Medaillenregen perfekt machten Herzogs Teamkollege Franz Anton mit Bronze im Canadier-Einer und Stefan Hengst, der sich Bronze im Slalom Extreme holte.

Sideris Tasiadis war nach seinem Rennen völlig aus dem Häuschen: „Wie viele Zuschauer hier waren und mitgejubelt haben! Es ist unbeschreiblich, dass die Augsburger so hinter dem Kanusport stehen.“ Durch die Sogwirkung des Publikums sei er ins Ziel geflogen – auch wenn er die Laustärke der tobenden Menge kurz vor seinem Start schwer ausblenden konnte, um sich komplett fokussieren zu können.“ Im komplett ausverkauften Olympiapark wurden die Athletinnen und Athleten aller Nationen leidenschaftlich vom Publikum angefeuert.

OB: Eine WM, die der Welterbestadt Augsburg würdig war

Auch Oberbürgermeisterin Eva Weber war am Abschlusstag emotional angefasst: „Eine überwältigende WM-Woche voller Emotionen und weltmeisterlicher Stimmung an unserem legendären Eiskanal und in unserer wunderschönen Innenstadt! Ich danke allen, die diese mitreißenden Momente möglich gemacht haben! Und unseren großartigen Kanutinnen und Kanuten gratuliere ich herzlich zu ihren Erfolgen! Eine Kanuslalom-WM, die der UNESCO-Welterbestadt Augsburg in jeder Hinsicht würdig war.“

Eine außergewöhnliche Atmosphäre, auch für ICF-Präsident Thomas Konietzko zeigte sich beeindruckt. Seine Bilanz dieses sportlichen Großereignisses: „Die ICF wird feiern, weil erfolgreiche Weltmeisterschaften die beste Werbung für unseren Sport sind. Das Besondere hier ist, dass man merkt, dass die gesamte Stadt hinter dieser Sportart steht und es war so beeindruckend heute, das ist eine Erfahrung, die man nicht missen will im Leben.“

Insgesamt 33.000 Zuschauer bei WM

Wimbledon des Kanusports: Augsburgs Olympiastrecke am gestrigen Sonntag Foto: Michael Neumann/redgun

Insgesamt kamen seit dem Wett rund 33 000 Menschen in den Olympiapark zur WM, darunter auch viele Fans, die ihre internationalen Teams begleiteten. Kultur-, Sport- und Welterbereferent Jürgen K. Enniger: „Die Kanuslalom WM 2022 unterstrich erneut die große internationale Bedeutung der Sportstadt Augsburg. Begeistertes Publikum aus nah und fern, sportliche Spitzenleistungen mit umfangreichem Medaillensegen und beste Stimmung am Eiskanal! Ich freue mich auf noch viele internationale Meisterschaften an unserem wundervollen Eiskanal!“

WM- und EM-Stimmung mit tausenden Menschen auch in der Innenstadt

Die WM-Stimmung vom Eiskanal durchzog in den vergangenen Tagen auch die gesamte Innenstadt, wo passend zur Kanuslalom- WM und dem Augsburger Welterbethema Wasser ein umfangreiches kulturelles Rahmenprogramm stattfand mit einer Hauptbühne und freiem Zugang für alle auf dem Rathausplatz.

Ein nicht vorab geplantes Highlight war die Ausstrahlung des Frauen-Fußball-EM-Finales des deutschen Teams gegen England am Abend vor 2000 Menschen auf dem Rathausplatz. Für das Public Viewing hatte die Kanu-WM der Fußball-EM ihre Bühne überlassen. Das Kanu-WM-Rahmenprogramm fand seinen offiziellen Abschluss damit etwas zeitversetzt. In Teilen geht das Kulturelle Rahmenprogramm über die WM hinaus: Viele Ausstellungen und Events gehen weiter, unter anderem die Architekturausstellung „50 Jahre Olympische Spiele in Augsburg – 50 Jahre Eiskanal“ im Kongress am Park. Eine Übersicht ist unter augsburg2022.com/rahmenprogramm zu finden.

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Die Kanuslalom-WM in Zahlen:

300 Athletinnen und Athleten aus 51 Nationen

560 Volunteers

33.000 Zuschauerinnen und Zuschauer an fünf Tagen am Eiskanal und 3.000 Besucherinnen und Besucher bei der Eröffnungsfeier

Mehr als 30 Rahmenprogrammpunkte in der Innenstadt

Erfolge der deutschen Athletinnen und Athleten:

5x Gold (Kajak-Einer Teamevent Damen, Kajak-Einer Teamevent Herren, Kajak-Einer Ricarda Funk, Canadier-Einer Andrea Herzog, Canadier-Einer Sideris Tasiadis)

1x Silber (Canadier-Einer Teamevent Damen)
3x Bronze (Kajak-Einer Elena Lilik, Canadier-Einer Franz Anton, Stefan Hengst im Extreme Slalom)

geschrieben von sz am 01. August 2022 um 11:21.

31. July 2022

Die Augsburger Zeitung

Der FC Augsburg setzt sich auswärts im DFB-Pokal mit 4:0 vor 4150 Zuschauern souverän gegen BW Lohne durch

Mit BW Lohne hatte es der FCA mit einem Regionalisten zu tun, der die erfolgreichste Saison seiner Vereinsgeschichte hinter sich hatte. Die Augsburger ließen nichts anbrennen und siegten souverän.

In der Aufstiegsrunde der Oberliga Niedersachsen setzte sich das Team von Trainer Hennig Rießelmann durch und stieg in die Regionalliga Nord auf. Doch damit nicht genug: Die Neu-Regionaligisten gewannen auch den Verbandspokal und qualifizierten sich für die erste DFB-Pokal-Hauptrunde, wo sie heute den FC Augsburg empfingen und sich wacker gegen den bayrisch-schwäbischen Bundesligisten schlugen und die erste Halbzeit torlos gestalten konnten. 

Ein aufgeladener Gegner also, gegen den sich der FCA aber nur in der ersten Halbzeit schwertat.

Dem FCA gelang in Halbzeit eins nicht viel und hatte erst in der 31. Minute eine Torchance aus einem verlängerten Eckball heraus: Caligiuri verlängert einen Eckball auf den kurzen Posten mit dem Kopf und Lohnes Goldmann rettet in höchster Not gegen den heranstürmenden Hahn, indem er das Leder gegen den heranstürmenden Hahn gegen den Pfosten trat, von dem Ball in das Feld zurück sprang. Hinten ließ der FCA gegen den Viertligisten nichts zu.

In der zweiten Halbzeit ging der FCA engagierter zu Werk und erzielte zunächst ein raffiniertes  Freistoßtor von Arne Maier (51.). Wenig später sollte die erste Großchance von Lohne folgen: Eine flache Hereingabe von Nezeri verpasst Sarrasch am zweiten Posten knapp (62.). Kurz danach die Vorentscheidung: Gouweleeuw passt flach in die Mitte, wo Niederlechner den Ball direkt mit der Hacke zum freistehenden Jensen weiterleitet, der die Situation zum 2:0 zu nutzen verstand (69.). 

Danach spielte nur noch der FCA und erzielte zwei wunderbar herausgespielte Tore (81./ Niederlechner), (89./ Malone).

Dem FCA ist die Pflichtspiel-Premiere in die neue Saison gelungen. Auch die Handschrift des neuen Trainers Enno Maaßen zeigte sich deutlich. Eine etwas differenziertere Analyse folgt.

Am kommenden Samstag (15.30 Uhr) steht allerdings die erste echte Nagelprobe auf dem Programm. Zum Ligaauftakt kommt der SC Freiburg in die WWK-Arena.

geschrieben von sz am 31. July 2022 um 15:38.

30. July 2022

Die Augsburger Zeitung

Kommentar zum Überstunden-Desaster: Warum Zweifel bleiben

Warum die Causa Merkle weiterhin brisant bleibt

Kommentar von Siegfried Zagler

Foto: DAZ

Der ungeheuerliche und wohl weltweit einmalige Fall, dass ein städtischer Angestellter 4900 Überstunden ansammeln konnte (zwischen 1994 und 2008), und diese ihm wohl in Kürze größtenteils als Geldwert ausbezahlt werden, bleibt als „Causa Merkle“ virulent und hat sich durch das Rechtsgutachten einer Münchner Anwaltskanzlei, das am vergangenen Donnerstag hinter verschlossener Tür dem Augsburger Stadtrat vorgestellt wurde, noch lange nicht erledigt.

Das hat zum einen damit zu tun, dass sich der Eindruck verhärtet hat, dass die Expertise zu untersuchen hatte, der Stadt zu zeigen, wie es gehen könne, Gerd Merkles Forderungen zu erfüllen.

Wäre es anders, hätte die Stadt sich einfach darauf versteifen können, dass bis zur ersten Dienstvereinbarung 2004, die wohl Überstunden-Langzeitkonten ohne Verfallsfristen ermöglicht, Merkles Ansprüche verjährt seien. Kurzum: Die Stadt hätte Merkle signalisieren können, wie Alt-OB Paul Wengert dies im DAZ-Interview vorschlug, er solle seine Forderungen über den arbeitsrechtlichen Weg erstreiten. Erst durch die Urteilsfindung eines Gerichts wären alle Zweifel beseitigt.

Der Weg, den das Büro „Avant und Beiten“ der Stadt aufgezeigt hat, unterscheidet sich von der vorgesehenen Auszahlungsabsicht der Stadt: Merkle soll nach dem Ausscheiden aus dem Wahlbeamtenverhältnis wieder zurück in sein Angestelltenverhältnis gehen, um bis zum Eintritt ins Rentenalter sein Guthaben abzuschmelzen, um schließlich als Rentner den Restbetrag ausbezahlt zu bekommen.

Für die Stadt, besser: Für den steuerzahlenden Bürger ändert das jedoch nichts. Verblüfft nimmt man zur Kenntnis, mit welchen Privilegien die Arbeit im öffentlichen Dienst offenbar versehen ist. Die Stadträte des Augsburger Stadtrats waren jedenfalls vom rechtsgutachterlichen Vortrag beeindruckt – bis auf einen.

Roland Wegner (V-Partei), beruflich selbst Kämmerer einer Gemeinde, hat nämlich den Bayerischen Kommunalen Prüfverband angefragt, ob er sich der Angelegenheit nicht annehmen wolle: „Auch wenn man damit nun eine vermeintliche juristische Grundlage zur Rechtfertigung der Überstundenauszahlung hat, bleibt aus meiner Sicht ein nicht unbeachtliches Restrisiko bestehen, dass hier städtische Gelder zu Unrecht ausbezahlt werden könnten. Ein aktueller Strafbefehl gegen den Oberbürgermeister von Bamberg zeigt die Brisanz auf. In diesem wurde dem dortigen Oberbürgermeister vorgeworfen, unzulässig u. a. Überstunden ausbezahlt zu haben. Den Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei ging laut Bayerischer Staatszeitung ein Prüfbericht des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbandes voraus. Soweit soll es in Augsburg nicht kommen, weswegen ich mich heute dazu entschied, Sie als „Rechnungshof der Kommunen“ und Körperschaft des öffentlichen Rechts zu kontaktieren.“

Wegner will vor allem wissen, „ob und ggf. welche Überstunden in der Zeit von 1994 – 2008 tatsächlich bereits verjährt/verwirkt waren, oder ob in dieser Zeit bereits eine wirksame Dienstvereinbarung für ein Überstundenlangzeitkonto existierte“.

Nun, wenn Stadtrat Wegner, der in den Sachverhalt tief eingestiegen ist, von den Münchner Anwälten diesbezüglich nicht überzeugt wurde, sollte der „Rechnungshof der Kommunen“ sich den Fall genauer anschauen. Das macht Sinn, zumal die Stadt weiter mauert und das Rechtsgutachten nicht offen legt, was zum Beispiel die Augsburger FDP fordert.

Weiterhin darf somit seitens der Bürger an der Rechtmäßigkeit von Gerd Merkles Forderungen gezweifelt werden. Daran wird sich auch kaum etwas ändern, so lange sich kein unabhängiges Gericht damit befasst hat.

geschrieben von sz am 30. July 2022 um 22:51.

Augsburger Kanutinnen krönen ihre Leistung bei der Heim-WM mit Gold und Bronze

Augsburger Kanu-WM: Ausverkauftes Olympia-Strecke, ausgelassene Sommerstimmung und großartiger Sport mit Erfolgen für die lokalen Wettkämpferinnen. So das Fazit des vierten Tages.

„Das Publikum hat uns hier angefeuert was das Zeug hält“ Bildnachweis: Michael Neumann/redgun

Die Augsburger Kanutinnen sind in Topform – das haben sie bei der heutigen Entscheidung im Kajak-Einer einmal mehr bewiesen. Für Ricarda Funk ist es die zweite Goldmedaille bei der Kanuslalom-WM nach dem ersten Platz im Kajak-Teamwettbewerb am Mittwoch. Sie holte sich mit einem Vorsprung von 1,31 Sekunden den Sieg vor Jessica Fox und Elena Lilik. Die 23-jährige Lilik sicherte sich mit einer starken Leistung bereits die dritte Medaille bei dieser Heim-WM am Eiskanal. Ihre bisherige Ausbeute: Nach Gold im Kajak-Teamevent und Silber im Canadier-Teamevent bejubelte sie heute Bronze.

Im Anschluss an ihren heutigen Erfolg sagte die Augsburgerin mit Tränen in den Augen: „Ich habe schon einen Medaillensatz. Wahnsinn. Das ist jetzt schon ein voller Erfolg, diese Weltmeisterschaften zuhause. Ich hoffe, ich kann jetzt mit dieser Welle noch mitschwimmen morgen und dann mal schauen, was passiert.“

Lilik kann morgen nach einer weiteren Medaille greifen, im Canadier- Einer

Die deutschen Halbfinal-Starter im Kajak-Einer, Hannes Aigner und Stefan Hengst, verpassten den Einzug ins Finale am Eiskanal. Aber auch sie wurden von den über 8.000 Zuschauenden bejubelt, darunter 7.300 mit einem WM-Ticket plus Volunteers und Betreuerteams sowie geladene Gäste, darunter IOC-Präsident Thomas Bach, Kulturstaatsministerin Claudia Roth, Oberbürgermeisterin Eva Weber, Bürgermeisterin Martina Wild und Referent für Sport, Kultur und Welterbe, Jürgen K. Enninger.

Siegerehrung: Fox, Funk, Lilik (v.l.) Bildnachweis: Michael Neumann/redgun

Goldmedaillengewinnern Funk, die sich auch für die Slalom Extreme Hauptrunde am morgigen Abschlusstag qualifiziert hat, sagte nach ihrem Erfolg: „Das Publikum hier, das ist verrückt, das ist crazy. Die Atmosphäre ist unglaublich, das Publikum hat uns hier angefeuert was das Zeug hält, die haben uns eigentlich schon runtergetragen. Es ist doch nochmal was anderes, zuhause zu gewinnen vor Familie und Freunden.“

Worte, die das Ausrichterteam mit Augsburger Kajak Verein, Kanu Schwaben Augsburg und der Stadt Augsburg gerne hört. „Die Mühen und die ganze Vorbereitung mit dem Team haben sich ausgezahlt. Heute kam alles zusammen, was einen perfekten WM-Tag ausmacht: Das grandiose Publikum, das schöne Wetter und dann noch die beiden Augsburger Kanutinnen auf dem Treppchen. Einfach schön“, so Gesamtprojektleiter Johannes Heiß.

Das bestätigt auch ICF-Präsident Thomas Konietzko: „Als Weltverbandspräsident bin ich es gewohnt, bei Wettbewerben immer die Beschwerden der Teams zu bekommen und ich bin hier angespannt seit dem ersten Tag, weil ich einfach keine Beschwerden bekommen habe. Das sage ich nicht aus Freundschaft zu den Organisatoren, sondern es scheint so, dass tatsächlich alles rund ist. Und das kann man schon am vorletzten Tag sagen.“

Der Ausblick:

Morgen finden ab 9 Uhr die Halbfinalläufe im Canadier- Einer Damen statt, ab 10:05 Uhr paddeln die Herren. Ab 11:30 Uhr folgen die Finalläufe der Damen und der Herren. Die Tickets sind bereits ausverkauft, der BR überträgt die Halbfinals ab 9 Uhr live im Stream und die Finals ab 11:30 Uhr live ab Fernsehen.

geschrieben von sz am 30. July 2022 um 17:00.

29. July 2022

Die Augsburger Zeitung

Enninger: „Kultur ist keine Kirsche im Kuchen, sondern die Hefe im Teig“

Am vergangenen Donnerstag war Claudia Roth (Staatsministerin für Kultur und Medien) im Zeughaus zu Gast. Gemeinsam mit Jürgen Enninger, Referent der Stadt Augsburg für Kultur, Sport und Welterbe sprach Roth über die Zukunft der Kultur in Augsburg.

Enninger, Harper, Roth (v.l.) Bildnachweis: Grüne Augsburg

Unter dem Motto „Kultur in Krisenzeiten“ gaben Roth und Enninger einen Ausblick auf Fördermöglichkeiten, wagten einen Blick in einen pandemischen Herbst/ Winter und bedankten sich bei allen Kulturschaffenden der Stadt Augsburg. “Die aktuelle Zeit macht deutlich, welche wichtige Rolle Kunst und Kultur haben. Sie sind die Feinde in autoritären Regimen und sie sind die Stimme unserer Demokratie. Umso wichtiger ist es, dass wir Kunst und Kultur auch in Krisenzeiten zu schätzen wissen“, sagte Claudia Roth.

Im Gespräch mit Sabrina Harper, Co-Vorsitzende der GRÜNEN Augsburg Stadt, richte man den Blick nicht nur darauf, was öffentlich Stellen für die Kultur tun können, sondern auch darauf, was Kultur als Beitrag für die Gesellschaft leistet: “Die Kultur trägt wesentlich zur Wirtschaftlichkeit bei. Wir müssen die Erwerbsbiografien von Kulturschaffenden verstehen, stabilisieren und dieses Berufsfeld wieder attraktiv machen. Immer mit dem Wissen, dass Kultur keine Kirsche auf dem Kuchen, sondern die Hefe im Teig ist.”, erklärte Jürgen Enninger.

geschrieben von sz am 29. July 2022 um 21:25.

Frauenfußball-EM: Stadt organisiert Public Viewing des EM-Endspiels ab 18 Uhr auf dem Rathausplatz

Die Idee trug Stadträtin Lisa McQueen (Die Partei) am Donnerstag im Augsburger Stadtrat vor. Formlos und unaufgeregt fragte sie nach, ob man den Monitor auf dem Rathausplatz nicht für das Endspiel der Fußballfrauen-EM verwenden könne.

Public Viewing Foto: DAZ-Archiv

Die Verwaltung nahm den Gedanken auf und organisierte für den Sonntagabend ein kostenloses Public Viewing. Hintergrund der Aktion: Die deutsche Frauschaft des DFB erobert derzeit mit ihren sensationellen Auftritten die Herzen Fußballfans. Ermöglicht wurde das Public Viewing, weil die Kanuslalom-WM ihre Rahmenprogrammbühne auf dem Rathausplatz am kommenden Sonntag, 31. Juli für einige Stunden für diesen Zweck zur Verfügung stellt. So kann dort ab 18 Uhr bei einem kostenlosen Public Viewing das Finale der Frauenfußball-EM zwischen England und Deutschland aus dem Londoner Wembley- Stadion auf Großleinwand übertragen werden. Der Rathausplatz, das Kanu-WM-Rahmenprogramm und das Public Viewing sind für alle Interessierten frei und kostenlos zugänglich.

Das Abschlusskonzert zur Kanuslalom-WM von „Tom & Flo“, das für Sonntag, 18:30 Uhr auf der Bühne geplant war, verschiebt sich entsprechend nach hinten und findet im Anschluss an das Fußballfinale statt. Das restliche für diesen Tag geplante Programm von La Strada – dem internationalen Straßenkünstlerfestival im Rahmen der Kanuslalom-WM findet mit kleineren Änderungen aber wie geplant von 14 bis 18 Uhr statt.

geschrieben von sz am 29. July 2022 um 19:41.

Oben-Ohne-Demonstration startet am Ulrichplatz

Am morgigen Samstag, den 30. Juli 2022, veranstaltet das “Oben Ohne Kollektiv Augsburg” eine Demonstration gegen die Sexualisierung und Stigmatisierung von Körpern.  Die Demonstration beginnt um 15 Uhr am Ulrichsplatz und wird sich einmal um die Innenstadt ziehen.

Aktivistin Lucia Reng © Oben-ohne-Kollektiv

Die Veranstalterinnen verstehen sich als ein feministisches Kollektiv, welches sich aktiv gegen die Sexualisierung und Stigmatisierung von Körpern als eine Form der patriarchalen Unterdrückung stellt. „Für das Kollektiv ist klar, dass patriarchale Machtstrukturen die Kriminalisierung und Zensur von Brüsten verursacht. Das Ziel dieser öffentlichen Aktion ist diese Denkmuster zu durchbrechen. Die Oben-Ohne-Aktionen sind ein wichtiger Baustein von vielen im Kampf gegen Unterdrückungsmechanismen“, wie es in einer Pressemitteilung der Aktivistinnen heißt.

geschrieben von sz am 29. July 2022 um 19:22.

Kanuslalom-WM:  Fünf der sechs Deutschen qualifizieren sich für das Canadier-Halbfinale

Am dritten Tag der Kanuslalom-WM am Augsburger Eiskanal legten die deutschen Athletinnen und Athleten im Canadier-Einer den Grundstein für ein erfolgreiches Wochenende. Vor 5000 Zuschauenden im Olympiapark qualifizierten sich bei den Damen Andrea Herzog vom Leipziger Kanu-Club als Schnellste und Elena Lilik von Kanu Schwaben Augsburg als Fünfte.

Die Augsburgerin Elena Lilik qualifizierte sich als Fünfte für das Canadier-Einer Halbfinale – Foto: Michael Neumann/redgun

Nur Herzogs Teamkollegin Nele Bayn verpasste den Einzug ins Halbfinale. Unter den begeisterten Zuschauern waren auch Kulturstaatsministerin Claudia Roth sowie Jürgen K. Enninger, Augsburgs Referent für Sport, Kultur und Welterbe.

Bei den Männern sicherte sich Sideris Tasiadis aus Augsburg ohne Torstabberührung Rang drei und damit den souveränen Halbfinaleinzug. Neben ihm qualifizierten sich Timo Trummer vom KV Zeitz als Fünfter und Franz Anton vom Leipziger KC für das Halbfinale am Sonntag. Anton musste zittern, ihm gelang aber im zweiten Vorlauf auf Platz 1 der Einzug in die nächste Runde.

Videoschiedsrichter zeigen bei Medientermin, wie Entscheidungen zustande kommen

Am Vortag hatte eine Entscheidung für Diskussionen gesorgt: Noah Hegge bekam erst nach seinem Lauf zwei Strafsekunden für eine Stangenberührung dazu addiert. Damit hatte er das Halbfinale verpasst. Heute konnten Medienschaffende bei einer Tour den Videoschiedsrichtern über die Schulter schauen. Sie erklärten ihre Arbeit, die unterschiedlichen Kamerapositionen und dadurch auch, wie sie ihre Entscheidung treffen, ob eine Stangenberührung vorlag, oder nicht. Thomas Konietzko, Präsident der Internationalen Kanu- Föderation (ICF) ist sich sicher: „Im Bereich Videoschiedsrichter waren wir noch nie so gut aufgestellt.“

Anreise mit Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln

Am Samstag und Sonntag erwarten die Zuschauerinnen und Zuschauer am mit jeweils 7.300 Tickets ausverkauften Eiskanal spannende Medaillen-Entscheidungen. Am morgigen Samstag (30. Juli) im Kajak-Einer, am Sonntag (31. Juli) im Canadier-Einer. Alle Besucherinnen und Besucher werden gebeten, mit dem Fahrrad in den Olympiapark zu kommen oder die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Mit einem gültigen WM-Ticket können sie den ÖPNV in Zone 10 und 20 kostenlos nutzen.

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Über die Kanusalom-WM: 50 Jahre nach den Olympischen Sommerspielen 1972 ist der Augsburger Eiskanal wieder Schauplatz eines Top Events: Vom 26. bis 31. Juli 2022 findet hier die Kanuslalom- WM statt. Die Stadt Augsburg veranstaltet die Kanuslalom-WM 2022 in Kooperation mit den Vereinen Kanu Schwaben und Augsburger Kajak Verein als Ausrichter der sportlichen Wettbewerbe.

geschrieben von sz am 29. July 2022 um 19:09.

28. July 2022

Die Augsburger Zeitung

FCA startet die Jugend-Pfingstturniere neu

Der FCA lässt die Tradition der Augsburger Pfingstturniere neu aufleben und organisiert ein großes internationales U15-Turnier vom 19. bis 21. August

Paul Renz – Bildnachweis: FCA

Von den 50ern bis in die 90er Jahre hatten die Pfingstturniere unter Organisator Paul Renz in Augsburg eine große Tradition und brachten internationalen Jugendfußball in die Fuggerstadt. Pünktlich zur Eröffnung des neuen Internat-Gebäudes, über dessen Namen die FCA-Mitglieder in Kürze abstimmen werden, lässt der FC Augsburg diese Tradition wieder aufleben und veranstaltet vom 19. bis zum 21. August 2022 ein internationales U15-Turnier. Rund 140 Teams aus mehr als 30 Nationen werden in über 500 Spielen einen Sieger herausspielen.

Die Augsburger Pfingstturniere des FC Augsburg haben sich im kollektiven Gedächtnis verhaftet wie wohl keine andere Sportserie im Amateurbereich. Sie galten als eine Institution und ein Zeichen der Völkerverständigung. Die Veranstaltung, die von Jugendleiter Paul Renz (1953-1990) ins Leben gerufen wurden, hat Fußballlegenden an den Lech verschlagen. Helmut Haller, Oleg Blochin, Bobby Charlton und viele mehr zeigten bereits in jungen Jahren in Augsburg ihr großes Talent und begeisterten die Massen.

Bei der Neuauflage in diesem Jahr soll das FCA-Nachwuchsleistungszentrum in Augsburg Ort der internationalen Zusammenkunft werden. So ist einer der europäischen Teilnehmer der ukrainische Verein Shakhtar Donezk. Als weitere namenhafte Teilnehmer aus Europa konnte der FCA Dinamo Zagreb aus Kroatien, die Puskás Akadémia aus Ungarn, den dänischen Silkeborg IF und die Young Boys Bern aus der Schweiz für das Turnier gewinnen. Zudem reist aus Italien Juventus Turin an, zweiter deutscher Vertreter neben der U15 des FCA ist Borussia Dortmund. Interkontinental wird die Veranstaltung durch die Teilnahme des Nachwuchses von Real Salt Lake, der sich aus den USA auf die Reise nach Augsburg macht. Als zehnter Teilnehmer ist die U15-Nationalmannschaft von Luxemburg dabei. Das Eröffnungsspiel bestreitet der FC Augsburg am Freitag, 19. August, gegen Real Salt Lake.

„Wir freuen uns sehr, die Tradition der internationalen Augsburger Jugendturniere in diesem Jahr endlich wieder aufleben lassen zu können. Zum einen sind Zeichen der Völkerverständigung in diesen Zeiten wichtiger denn je, da im Sinne von Paul Renz gerade die jungen Generationen über eine friedliche Zukunft mitentscheiden werden. Zum anderen ist ein solches Turnier natürlich ein sehr gelungener Rahmen für die Eröffnung des neuen Internat-Gebäudes am NLZ. Von daher freuen wir uns, wenn zum Turnier viele Zuschauer den Weg an die Donauwörther Straße finden und sich ein Bild von der nun rundum professionellen Infrastruktur für unseren Nachwuchs machen“, so Michael Ströll, kaufmännischer Geschäftsführer des FCA.

Das Teilnehmerfeld im Überblick: Gruppe 1: FC Augsburg, Real Salt Lake, Juventus Turin, Puskás Akadémia, BSC Young Boys Gruppe 2: Borussia Dortmund, Nationalmannschaft Luxemburg, Silkeborg IF, Dinamo Zagreb, Shakhtar Donezk.

geschrieben von sz am 28. July 2022 um 22:38.

Stadt vergibt „Wissenschaftspreis Augsburger Schulen“

Die Stadt Augsburg hat am gestrigen Mittwoch zahlreiche Schülerinnen und Schüler für wissenschaftliche Projekte ausgezeichnet

Die Gewinnerinnen und Gewinner des „Wissenschaftspreis Augsburger Schulen“ 2022 mit (rechts im Bild) Bildungsreferentin Martina Wild und Prof. Dr. Marc Nieper- Wißkirchen Foto: Michael Hochgemuth / Stadt Augsburg

Im Goldenen Saal des Rathauses sind am gestrigen Mittwoch (27. Juli) zum 14. Mal Schülerinnen- und Schülerprojekte aus den Bereichen MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) und Geisteswissenschaften mit dem „Wissenschaftspreis Augsburger Schulen“ ausgezeichnet worden.

Martina Wild, Bürgermeisterin und Referentin für Bildung und Migration: „Die Qualität der eingereichten Arbeiten war auch in diesem Jahr wieder sehr hoch. Entsprechend kontrovers waren auch die Diskussionen in der Jury, welche Arbeit nun prämiert werden soll und welche nicht. Mich freut besonders, dass auch jüngere Grundschülerinnen und -schüler sich dieses Jahr mit einer Forschungsarbeit beteiligt haben. Das zeigt deutlich, dass Forschergeist und wissenschaftliche Neugier in jedem Alter vorhanden sind. Der „Wissenschaftspreis Augsburger Schulen“ leistet damit einen äußerst wichtigen Beitrag, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene an die Wissenschaft heranzuführen und den Spaß am Überlegen, Experimentieren und Forschen zu entwickeln.“

Preise im Bereich MINT

Erster Preis (2.500 Euro):
Elias Kohout „Deepfakes im Bereich Fotografie“ (Jakob- Fugger-Gymnasium)

Zweiter Preis (1.000 Euro):
Juliane Singer, „Mikroplastik durch Reifenabrieb“ (Gymnasium bei St. Stephan)

Dritter Preis (je 250 Euro):
Leonie Prillwitz „Regenbogen- und Bachforellenlaich im Klimawandel – Auswirkungen erhöhter Feinsedimentlast“ (Maria-Ward-Gymnasium) und Hannah Wintermayr „Mikroplastik in aquarischen Ökosystemen und Organismen am Beispiel heimischer Süßwasserfische“ (Maria-Ward-Gymnasium)

Sonderpreis (100 Euro):
Albert Grotz, Frederik Schmidt, Henriette Mayer und Safiya Albayrak „Wildtiere in der Stadt. Welche Wildtiere gibt es in Augsburg? Wie können wir sie schützen?“ (Grundschule Kriegshaber)

Preise im Bereich Geisteswissenschaften

Erster Preis (2.500 Euro): Maximilian Schäffer „Entnazifizierungsverfahren des Juristen Hermann Kirchdorfer“ (Gymnasium bei St. Stephan)

Zweiter Preis (1.000 Euro): Tobias Leon Zaar „Brunhildenstraße 1 – Die Geschichte eins Grundstückes“ (Jakob-Fugger-Gymnasium)

Dritter Preis (500 Euro): David Paul Kammerer „Verfilmungen der Dreigroschenoper nach Brecht? Medienspezifische Überlegungen und deren Überprüfung an zwei Dreigroschenoper-Filmen“ (Jakob-Fugger-Gymnasium)

Teilnahmeberechtigt am „Wissenschaftspreis Augsburger Schulen“ waren alle Schülerinnen und Schüler der Augsburger Schulen, unabhängig vom Schultyp. Sowohl Einzelarbeiten als auch Gruppenprojekte konnten eingereicht werden. Eine erfahrene Jury aus Lehrkräften der verschiedenen Schultypen bewertete die Arbeiten.

Ermöglicht wird der „Wissenschaftspreis Augsburger Schulen“ durch die „Stiftung Augsburger Wissenschaftsförderung“. Oberstes Ziel der „Stiftung Augsburger Wissenschaftsförderung“, die auf einen anonymen Stifter zurückgeht, ist die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Neben der Preisauslobung ist es ein weiteres Anliegen der Stiftung, die Ausstattung unserer Stadtbücherei, der Stadtarchäologie und des Stadtarchivs mit wissenschaftlicher Literatur und wissenschaftlichem Material zu fördern.

geschrieben von sz am 28. July 2022 um 17:16.

Kunstinstallationen zu Fast Fashion, Plastikmüll und sozialer Ungleichheit im Zuge der Kanuslalom-WM

Drei Kunstinstallationen in der Augsburger Altstadt sind einen Spaziergang wert. Es handelt sich um ein Kooperationsprojekt, initiiert vom Büro für Nachhaltigkeit der Stadt Augsburg.

 „Öl, das ich rief – die Müllwelle“ – Foto: Bruno Tenschert/Stadt Augsburg

Unter der Anleitung des Makerspace „Das Habitat Augsburg e.V.“ haben vier Studierende der Hochschule Augsburg die Kunstinstallationen konzipiert und in Kooperation mit Akteurinnen und Akteuren der Lokalen Agenda 21 in der Altstadt umgesetzt. Vom Park am Roten Tor bis hin zur Stadtmetzg werden Passanten damit auf drei große Herausforderungen unserer Zeit aufmerksam gemacht. Die erste Installation trägt den Namen „Öl, das ich rief – die Müllwelle“ und stellt eine riesige Plastikwelle dar, die unseren verschwenderischen Umgang mit Kunststoff und den Plastikmüll in unseren Gewässern visualisiert. Dieses Kunstwerk befindet sich bei Sankt Ursula. Künstler Stefan Kaindl verarbeitete 100 Kilogramm Plastikmüll – so viel, wie statistisch drei Bundesbürger jährlich produzieren.

Die zweite Installation „Hängengelassen – die Altkleiderwelle“ befindet sich in der Pfladergasse. Gebrauchte Kleider mit erschreckenden Zahlen über Opfer und Folgen der weltweiten Textilindustrie regen zum Nachdenken über das Problem der Fast Fashion und des eigenen Konsumverhaltens an. Fast Fashion ist die vorherrschende Praxis der Textilindustrie, schnell und trendbezogen zu möglichst geringen Kosten zu produzieren und zu niedrigen Preisen zu verkaufen.

Die dritte Installation „Soziale Ungleichheit – die Solidaritätswelle“ befindet sich vor der Stadtmetzg. Sie zeigt auf mehreren Tafeln, welche Möglichkeiten es gibt, sich in Augsburg zu engagieren, benachteiligte Personen und Gruppen zu stärken und das gesellschaftliche Zusammenleben insgesamt inklusiver und gerechter zu gestalten. Zwei Tafeln spannen den Bogen zwischen sozialer Ungleichheit und den Schwerpunkten Sport und Wasser.

Entlang des gesamten Weges und an den Installationen vermitteln Aufsteller nähere Informationen. Die angebrachten QR-Codes führen zur Webseite des Augsburger Lifeguide – Augsburgs Portal für nachhaltiges Handeln. Dort wird das gesamte Projekt vorgestellt und alle Themen ausführlicher behandelt – mit Handlungsalternativen für den Alltag.

geschrieben von sz am 28. July 2022 um 16:58.

Sportkind-Desaster: Expertengruppe soll neue Richtlinie für künftige Schaufenstergestaltung erarbeiten

Die Stadt Augsburg hat auf ihre internen Unstimmigkeiten bezüglich einer Schaufenstergestaltung des Kleidungsgeschäfts „Sportkind“ reagiert und die Bildung einer Expertengruppe angekündigt

Foto © DAZ

In einem Treffen mit den Fraktionsvorsitzenden Leo Dietz (CSU), Verena von Mutius-Bartholy (Bündnis 90/Die Grünen), Dr. Florian Freund (SPD/Die Linke), Beate Schabert-Zeidler (Bürgerliche Mitte) sowie unter Einbeziehung der im Bauausschuss vertretenen Einzelstadträtin Magarete Heinrich haben Oberbürgermeisterin Eva Weber, Wirtschaftsreferent Dr. Wolfgang Hübschle und Baureferent Gerd Merkle heute über Lösungsansätze in der Diskussion über die Monitore des Bekleidungsgeschäftes Sportkind am Rathausplatz gesprochen.

Allgemein wurde festgehalten, dass der Kompromiss des Bauausschusses auf Grundlage der rechtlichen Einschätzung der Verwaltung „ein guter Lösungsversuch“ war. Die Gruppe, die im Rahmen der heutigen Stadtratssitzung von OB Eva Weber organisiert wurde, hat sich geschlossen dafür ausgesprochen, dass aufgrund der Tragweite, wie die Innenstadt sich modern und zeitgemäß entwickeln soll, gleichzeitig der Denkmalcharakter aber ein wichtiges Merkmal ist, eine grundsätzliche Lösung und keine Einzelfallentscheidung angestrebt werden müsse.

Deshalb soll nun zeitnah eine Arbeitsgruppe eingesetzt werden, bei der der Denkmalschutz eine zentrale Rolle spielt und die sich sowohl aus Vertretern der Verwaltung als auch von betroffenen externen Institutionen und Experten, z.B. IHK, Einzelhandelsverband und Vertretern des Denkmalschutzes, zusammensetzt. Dieses Gremium soll Grundlagen für eine allgemein gültige Richtlinie über die zukünftige Gestaltung von Schaufenstern in der Innenstadt innerhalb von denkmalgeschützten Gebäuden oder bei solchen in einem denkmalgeschützten Ensemble erarbeiten.

„Darüber hinaus soll auf politischer Ebene über das Wochenende entschieden werden, ob und unter welchen Voraussetzungen Duldungen ausgesprochen werden können. Entscheidend hierbei ist die Einhaltung des Gleichbehandlungsgrundsatzes.“ Übersetzt heißt dieser Satz aus der Feder der städtischen Presseabteilung, dass Sportkind ihre Monitore unter Einhaltung bestimmter Auflagen vorerst weiter betreiben darf.

geschrieben von sz am 28. July 2022 um 16:19.

Neuer Baureferent im heutigen Stadtrat gewählt

Der erste Akt der Besetzung des neuen Baureferenten wurde im heutigen Stadtrat vollzogen

Steffen Kercher – Bildquelle: CSU Augsburg

In der heutigen Stadtratssitzung wurde Steffen Kercher als Referent für Stadtentwicklung, Mobilität, Planen und Bauen gewählt. Damit ist der Wunschkandidat der Koalition bestätigt. Er freue sich darauf in dieser traditionsbewussten, zugleich zukunftsgewandten Stadt hierfür nun Verantwortung zu übernehmen, heißt es in den Pressemitteilungen von CSU und Grünen dazu. Bei den Augsburger Zukunftsthemen Wohnen, Mobilität, Bildung und Klimaschutz kann er viel Erfahrung aus seinen Aufenthalten in Berlin, Düsseldorf und München einbringen. Den Augsburger Zukunftsplan sieht er als große Chance die Themen Wohnen, Arbeiten und soziales Miteinander nachhaltig zu gestalten.

Baureferent wird Kercher allerdings erst werden, wenn er im kommenden Januar vereidigt wird und seine Ernennungsurkunde erhält. Bis dahin arbeitet er sich als Beamter auf seine zukünftige Aufgabe ein.

geschrieben von sz am 28. July 2022 um 13:51.

Gutachten zur Überstunden-Thematik: Merkles Überstundenansprüche sind berechtigt

Das vom Stadtrat beauftragte Gutachten zur Prüfung von Zeitguthaben durch die international renommierte Fachanwaltskanzlei ADVANT Beiten liegt vor und wurde heute im nichtöffentlichen Teil des Stadtrats erörtert.

Gerd Merkle – Foto: DAZ

Im Kern vertritt die Fachanwaltskanzlei ADVANT Beiten die Rechtsauffassung, dass Gerd Merkle seinen Überstundenausgleich im Anschluss an die Amtszeit als kommunaler Wahlbeamter) zustehe und nach Erreichen des Renteneintrittsalters einen Anspruch auf finanziellen Ausgleich habe. Das Gutachten stellt fest, dass die verfahrensgegenständlichen Überstunden von Herrn Gerd Merkle wirksam festgeschrieben wurden und bestätigt den Anspruch. Dies bedeutet, dass die geltend gemachten Ansprüche auf Abgeltung aller geleisteten Überstunden dem Grunde und der Höhe nach berechtigt sind.

Gesetzliches Rentenalter als Schnittstelle

Ein Abgeltungsanspruch durch Freistellung bzw. finanzielle Abgeltung auf Grundlage der städtischen Dienstvereinbarung besteht. Eine Abgeltung des Anspruchs kann nach Auffassung der Kanzlei bis zum Erreichen des gesetzlichen Renteneintrittsalters durch tatsächliche Einbringung der Überstunden in einem Tarifbeschäftigtenverhältnis (also im Anschluss an die Amtszeit als kommunaler Wahlbeamter) erfolgen und im Übrigen nach Erreichen des Renteneintrittsalters durch finanziellen Ausgleich abgegolten werden. Ob Gerd Merkle von seinem gesetzlichen Rückkehrrecht nach Artikel 25 des Kommunal-Wahlbeamten- Gesetz (KWBG) nach Beendigung seiner Tätigkeit als berufsmäßiger Stadtrat im Mai kommenden Jahres Gebrauch macht, wird er zu gegebener Zeit im Rahmen der gesetzlich vorgegebenen Fristen entscheiden.

FDP fordert Offenlegung des Gutachtens

Dass sich damit die politische Diskussion um die Causa Merkle nicht erledigt hat, belegt das soeben veröffentliche Statement der Augsburger FDP, die auf Offenlegung des Rechtsgutachtens drängt: „Die FDP Augsburg hatte bereits damit gerechnet, dass die mit einem entsprechenden Gutachten beauftragten Münchner Anwälte die Rechtssicht der Stadt nicht in Frage stellen. Die Liberalen fordern die Stadt Augsburg nun auf, den Fall damit nicht einfach zu den Akten zu legen, sondern das hohe Interesse der Öffentlichkeit ernst zu nehmen und wesentliche Inhalte des Gutachtens offenzulegen.“ Da viele Bürger in Augsburg in ihrem beruflichen Kontext regelmäßig Überstunden leisten würden, hätten sie ein berechtigtes Interesse zu erfahren, auf welcher Rechtsgrundlage Baureferent Merkle 4.900 Überstunden vergütet bekommen solle, die bis ins Jahr 1994 zurückreichen, so die Augsburger FDP, deren Vorsitzender Ralf Neugschwender auf Transparenz drängt. Alexander Meyer, Mitglied des Kreisvorstands und Fachanwalt für Arbeitsrecht, ergänzt: „Im Gegensatz zur Stadt Augsburg wollten wir immer eine objektive Klärung der Überstundenfrage vor Gericht. Über diesen Weg wäre eine saubere, transparente Entscheidung gefallen, die auch für Rechtsfrieden gesorgt hätte.“ Nun habe man die Situation, dass weiterhin öffentliche Spekulationen darüber im Raum stehen, ob die Auszahlung gerade noch zulässig ist oder wirklich ein durchsetzbarer Rechtsanspruch besteht.

„Das von der Stadt Augsburg beauftragte Anwaltsgutachten darf nicht vorrangig den Zweck verfolgt haben, die für die Auszahlung Verantwortlichen rechtlich abzusichern“, argumentiert Meyer. Nachdem die Regierung von Schwaben sowie Innenminister Joachim Herrmann (CSU) nach einer Anfrage der FDP im Bayerischen Landtag eine Zuständigkeit der Rechtsaufsicht nicht erkennen konnten, sei eine transparente Kommunikation im Interesse der Stadt, aber auch im Interesse der Person Merkle absolut notwendig. Würde sich die Stadt und Baureferent Merkle insgesamt auf Persönlichkeitsrechte zurückziehen, bliebe ein schaler Beigeschmack, so Meyer abschließend.

geschrieben von sz am 28. July 2022 um 13:18.

27. July 2022

Die Augsburger Zeitung

FCA reagiert auf Dorschs Verletzung und verstärkt sich mit Mittelfeldspieler Elvis Rexhbecaj

Der FC Augsburg hat sich kurz vor dem DFB-Pokal-Spiel bei Blau-Weiß Lohne (Sonntag, 31. Juli, 15.30 Uhr) im zentralen Mittelfeld verstärkt.

Enrico Maaßen, Elvis Rexhbecaj, Stefan Reuter (v.l.)

Vom Ligakonkurrenten VfL Wolfsburg wechselt Elvis Rexhbecaj mit sofortiger Wirkung in die Brechtstadt. Der 24-jährige Deutsch-Kosovare, der insgesamt bereits 103 Mal (sieben Tore, acht Vorlagen) für den VfL Wolfsburg, den 1. FC Köln und den VfL Bochum in der Bundesliga auflief, erhält beim FCA einen Vier-Jahresvertrag bis zum 30. Juni 2026. Über die Ablösemodalitäten haben beide Vereine Stillschweigen vereinbart. Der Kicker berichtet von einer Ablösesumme von 1,75 Millionen Euro.

„Nach meinen zwei Leihstationen in Köln und Bochum, die meiner Entwicklung sehr gut getan haben, bin ich nun sehr froh, langfristig hier in Augsburg zu sein. Die Gespräche mit den Verantwortlichen waren super und ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit dem Team und dem neuen Trainer, dessen Philosophie gut zu meiner Spielweise passt“, so Elvis Rexhbecaj in einer Pressemeldung des FCA.

geschrieben von sz am 27. July 2022 um 23:14.

Rechtsgutachten: Merkles Überstundenforderung rechtens

Gerd Merkle  wird wohl seine 4900 Überstunden, die er von 1994 bis 2008 angesammelt hat, ausbezahlt bekommen.

Gerd Merkle

Dies empfiehlt eine Münchner Anwaltskanzlei, bei der die Stadt Augsburg ein Gutachten in Auftrag gab. Der bundesweit für Schlagzeilen sorgende Fall steht bei der heutigen Stadtratssitzung im nichtöffentlichen Teil auf der Agenda. Es ist davon auszugehen, dass der Stadtrat der Rechtsauffassung der Kanzlei folgen wird und Augsburgs Baureferenten zirka 230.000 Euro bewilligt. Genaueres ist derzeit nicht bekannt.

 

geschrieben von sz am 27. July 2022 um 23:03.

Sportkind-Desaster – OB Eva Weber im Feuer der Kritik der Opposition: „So etwas kennen wir nur aus Bananenrepubliken“

Wie zu erwarten war, steht am heutigen Mittwoch Eva Weber bezüglich ihres Vorgehens in Sachen Sportkind im Feuer der Kritik. Die Opposition wirft ihr „wenig Demokratieverständnis“ und „Querschießen“ vor, während die Regierungsparteien auffällig laut schweigen und  auch Baureferent Gerd Merkle nicht zur Sache spricht.

Von Siegfried Zagler

Foto: © DAZ

Wie vielfach auf allen Kanälen berichtet wurde, hat sich Augsburgs Oberbürgermeisterin Eva Weber in den sozialen Medien im Alleingang gegen einen Beschluss des Bauausschusses gewandt und angekündigt, dafür eine bessere Lösung zu suchen. Es geht um die Schaufenstergestaltung eines Bekleidungsgeschäfts im Verwaltungsgebäude der Stadt am Rathausplatz/Ecke Philippine-Welser-Straße, in dessen Räumlichkeiten der Onlineshop „Sportkind“ eine Verkaufsstelle eingerichtet hat. Dabei sind zwei Produkt-Monitore zu groß ausgefallen, was Denkmalschutzverordnung und Bebauungsplan nach ihren Maßstäben zu definieren haben. Dies haben die Stadträte des Bauausschusses zur Grundlage ihrer Entscheidung gemacht und den Betreiberinnen des Shops einen Kompromissvorschlag unterbreitet, der kleinere Monitore vorsah und ein Off der derselben nach Ladenschluss. Damit waren die Geschäftsfrauen nicht einverstanden. Daraufhin hat sich OB Weber öffentlich geäußert und eine Lösung im Sinne von Sportkind in Aussicht gestellt.

Politisch hat sie damit nicht nur Baureferent Gerd Merkle beschädigt, sondern auch alle Stadträte des Ausschusses brüskiert, die diese Entscheidung einstimmig, also parteiübergreifend trafen.

„Mit Erstaunen, nein Entsetzen, hat die gesamte Fraktion der Bürgerlichen Mitte das Gebaren der Oberbürgermeisterin in Sachen Sportkind zur Kenntnis genommen. Es zeigt wenig Demokratieverständnis, wenn eine mit großer Mehrheit des Bauausschusses auf der Grundlage der geltenden Rechtsvorschriften getroffene Entscheidung von der Oberbürgermeisterin nicht akzeptiert wird und aufgehoben werden soll.“ So beginnt die heutige Pressemitteilung der Fraktion der Bürgerlichen Mitte.

 „Soll der Bauausschuss solange Entscheidungen treffen, bis eine der Oberbürgermeisterin genehme Entscheidung erfolgt“, fragt sich die Fraktionsvorsitzende und Mitglied des Bauauschusses, Beate Schabert-Zeidler. „So etwas kennen wir eigentlich nur aus „Bananenrepubliken“. Der Bauausschuss hat einen Vergleich vorgeschlagen, der sowohl die Belange der Stadt (gültiger Bebauungsplan, Denkmalschutzgesetz) als auch die der Geschäftsinhaberinnen berücksichtigt hat. Es wurde eine Befreiung vom Bebauungsplan in Aussicht gestellt. Anders konnte der Bauauschuss in diesem Einzelfall nicht handeln, da ansonsten ein Bezugsfall geschaffen worden wäre.“ So Schabert-Zeidler abschließend.

Die Augsburger SPD wirft Eva Weber vor, aus Eigennutz zu handeln. Webers Vorgehen im Alleingang zeige, wie wenig Respekt die OB gegenüber den demokratischen Beschlüssen des Fachausschusses, ihres Baureferenten Merkle und den Stadträten habe, so die SPD-Fraktion, die sich darüber echauffiert, dass die OB, nachdem die Verwaltung des Baureferats eine Beschlussvorlage vorgelegt habe, der alle Stadträte im Bauausschuss „nach längerer Diskussion und der intensiven Suche nach Möglichkeiten, dem Unternehmen zu helfen, gefolgt sind, schießt die OB auf Facebook und Instagram quer und will diesen Beschluss annullieren. Nicht aus rechtlichen Gründen, sondern rein, aus Sorge um ihr ohnehin schon angeschlagenes Image.“ So die SPD-Kanonade gegen OB Weber.

„Dieser verzweifelte Versuch, das eigene ramponierte Image auf Kosten der Stadträtinnen und Stadträte aufpolieren zu wollen, geht gar nicht. Die Feuerwehrfrau, die den selbst gelegten Brand löscht, kann sich schlecht als Heldin feiern lassen“, so SPD-Fraktionschef Florian Freund.

Die Fraktionen (SPD/Bürgerliche Mitte) haben Anträge für den Stadtrat ausgearbeitet, die auf eine allgemein gültige Gestaltungssatzung abzielen.

Die FDP Augsburg unterstützt dagegen Oberbürgermeisterin Webers Eingreifen in die Debatte um Monitore im Schaufenster von Sportkind. Gleichzeitig fordern die Liberalen Weber auf, „ihre parteiinternen Drähte in die Bayerische Staatsregierung zu nutzen, um eine Modernisierung der Denkmalschutzvorschriften zu erreichen. Ohne Änderungen auf Landesebene seien Webers an sich richtige Forderungen rechtlich nicht durchsetzbar.“ Dennoch kann FDP-Chef Neugschwender das Unverständnis einiger Stadtratsmitglieder über das Vorgehen der Oberbürgermeisterin nachvollziehen: „Eva Weber kann nicht mit einem Machtwort eine rechtliche Prüfung des Bauordnungsamts und einen Beschluss im Bauausschuss des Stadtrats vom Tisch wischen.“ Geltendes Recht gelte es einzuhalten.

Eva Weber selbst ist nun auf Schadensminimierung aus. Im Rahmen der morgigen Stadtratssitzung hat sie während der Mittagspause ein Treffen mit allen Fraktionsvorstehern organisiert. Dort wird sie ihr weiteres Vorgehen erläutern und versuchen, einen gemeinsamen Nenner zu finden. Dass über den Fall morgen im Stadtrat abgestimmt wird, ist auszuschließen.

geschrieben von sz am 27. July 2022 um 17:28.

Kanuslalom-WM: Deutsche Kanuten holen erste Medaillen

Ein Auftakt nach Maß am Augsburger Eiskanal für die „local heros“: Mit zwei Goldmedaillen in den Teamwettbewerben Kajak-Einer der Damen (Jasmin Schornberg, Ricarda Funk, Elena Lilik) und der Herren (Hannes Aigner, Noah Hegge, Stefan Hengst) sowie einer Silbermedaille im Teamwettbewerb Canadier Damen (Elena Lilik, Andrea Herzog und Nele Bayn) ist Deutschland in die ICF Weltmeisterschaften im Kanuslalom 2022 am Augsburger Eiskanal gestartet. Rund 4000 Zuschauer waren am ersten Wettkampftag auf der weitläufigen Anlage von der Atmosphäre begeistert.

Teamwettbewerb Kajak-Einer: Noah Hegge, Hannes Aigner (v.l.) Foto: Michael Neumann redgun

Doppel-Medaillengewinnerin Elena Lilik sagte direkt nach dem Kajak- Resultat: „Es hat richtig gepusht. Ich glaube das war der geilste Lauf in der Mannschaft, den ich je – oder den wir je – gefahren sind.“ Melanie Martin, Vorsitzende des Augsburger Kajakvereins, zeigte sich ebenfalls begeistert: „Von vier möglichen Gold-Medaillen haben wir zwei gewonnen, dann noch Silber. Das war eine super gelungene Auftaktveranstaltung, sehr spannend. Und die Ergebnisse der deutschen und der Augsburger Kanutinnen und Kanuten sind toll für unsere eigenen Vereine, die hier Ausrichter sind.“

Auch Hans-Peter Pleitner, Präsident Kanu Schwaben Augsburg, ist begeistert vom ersten Tag der Kanuslalom-WM: „Abgesehen von den tollen sportlichen Erfolgen heute sind wir auch mit den organisatorischen Abläufen sehr zufrieden. Diese WM ist nur möglich, weil sich über 500 ehrenamtliche Helfende – davon fast 400 Mitglieder der beiden Augsburger Kajakvereine – in der Vorbereitung einbringen.“

Emotionale Eröffnungsfeier auf dem Rathausplatz am Vorabend

Die Begeisterung entzündete sich bereits am Vorabend. Bei der offiziellen Eröffnungsfeier auf dem Augsburger Rathausplatz waren etwa 300 Kanutinnen und Kanuten aus 51 Nationen mit ihrer Landesfahne auf der Bühne des Rathausplatzes eingelaufen. Als letztes zog das „Team 72“ ein. Unter den Mitgliedern waren auch die Olympiasiegerin von 1972, Gisela Grothaus und Reinhard „Fuzzy“ Kauder. Sie waren beeindruckt von der Atmosphäre auf dem Platz und stimmten den Worten von Thomas Konietzko, dem Präsidenten der Internationalen Kanu-Föderation (ICF), zu: „Sie haben mit der Teilnahme am ersten Kanuslalom-Wettbewerb bei Olympischen Spielen Geschichte geschrieben und dazu beigetragen, dass Augsburg heute weltweit ein Zentrum dieses wunderschönen Sports ist.“

Augsburgers Oberbürgermeisterin Eva Weber dankte nochmals den Mitarbeitenden des Tiefbauamts dafür, dass sie durch den Einbau von Betonleitwänden die Kanuslalom-WM trotz Niedrigwassers erst möglich gemacht hatten. Im Anschluss sah sie sich gemeinsam mit Kulturstaatsministerin Claudia Roth, Sandro Kirchner, dem Staatssekretär im Bayerischen Innenministerium, dem ICF- Präsidenten Thomas Konietzko, Jens Perlwitz, dem Präsidenten des Deutschen Kanuverbandes und etwa 3000 weiteren Zuschauern das Showprogramm mit Bigband und vielen lokalen Musikerinnen und Musikern – unter anderem Joe Leviosa, der am morgigen Donnerstag (28. Juli) um 17:15 Uhr (statt 19 Uhr) am Eiskanal auftritt. Das Kulturelle Rahmenprogramm am Eiskanal ist kostenlos für alle offen – es ist keine Eintrittskarte nötig. Auch die Bühne auf dem Rathausplatz wird weiter bespielt. Eine Programmübersicht ist unter augsburg2022.de/rahmenprogramm zu finden.

Ausblick

Morgen finden ab 9:15 Uhr die Vorläufe im Kajak-Einer statt. Nach dem Samstag ist auch der Sonntag seit heute ausverkauft. Es gibt noch Karten für morgen und Freitag im Vorverkauf in der Bürgerinfo am Rathausplatz oder online unter augsburg2022.com/tickets.

geschrieben von sz am 27. July 2022 um 17:10.

26. July 2022

Die Augsburger Zeitung

Kommentar zum Sportkind-Desaster: Ein Affront gegen Baureferent Gerd Merkle

Augsburgs Oberbürgermeisterin Weber (CSU) fällt Baureferent Merkle (CSU) in den Rücken und will den Kompromissvorschlag des Bauausschusses zu einer Schaufenstergestaltung nicht akzeptieren. Deutlich gemacht hat sie das im Alleingang auf ihrer Facebookseite. Politik machen geht anders.

Kommentar von Siegfried Zagler

Sportkind bei Nacht © DAZ

Die Debatte um große Monitore in den Schaufenstern eines neu eröffneten Laden für Tennisbekleidung am Rathausplatz bestünde im Normalfall aus drei Themenfeldern. Zum einen geht es um Denkmalschutz, zum anderen um Verwaltungsrecht und um städtebauliche Entwicklung. Diese Vektoren plus die Verkehrssteuerung bestimmen das Kraftfeld der Stadtplanung. Dass sich aktuelle Stadtentwicklung den Strukturvorgaben des Denkmalschutzes und den Bebauungsvorschriften anzupassen habe, gehört zu den Selbstverständlichkeiten eines funktionierenden Gemeinwesens. 

Doch nun sieht es jedoch bei der Causa Sportkind eher danach aus, als läge die normative Kraft des Faktischen bei den Betreibern des Geschäfts und nicht beim Baureferat, das den Maßstab des Bayerische Denkmalschutzes und der städtischen Bauverordnung als Entscheidungsgrundlage verwendete, und dem Bauausschuss dementsprechend eine Beschlussvorlage vorlegte. Im Druckfeld der veröffentlichten Meinung, also der Berichterstattung und der Kommentierung der Augsburger Allgemeinen sowie dem üblichen Netzwerk-Hintergrundrauschen, ließen sich die Stadträte des Bauausschusses auf eine Debatte ein und boten den beiden Geschäftsfrauen einen Kompromissvorschlag an, „ein letztes Angebot“, das jedoch abgelehnt wurde. 

Gabi Windisch und Nadine Lux können sich es offensichtlich leisten stur zu sein und drohten der Stadt mit einem Umzug nach Ulm oder München. Bei Augsburgs Oberbürgermeisterin Eva Weber lagen daraufhin wohl die Nerven blank. Über Facebook ließ sie verlauten, dass sie mit dem Beschluss des Bauausschusses nicht einverstanden sei und deshalb nach einer anderen Lösung suchen werde. 

„Sie soll sich zuvor schon dafür eingesetzt haben, dass die Monitore geduldet werden, drang damit aber offensichtlich weder beim Baureferenten noch bei den Räten der schwarz-grünen Koalition durch. Aus den Reihen der CSU ist zu hören, man habe Sympathie für Sportkind, habe aber auch dem Baureferenten und dessen Verwaltung nicht in den Rücken fallen wollen. Angesichts der Bedenken, hauptsächlich wegen des Denkmalschutzes, habe es keine sichere Mehrheit für das Ansinnen von Eva Weber gegeben.“ So berichtet die investigative Abteilung der Augsburger Allgemeinen aus dem politischen Raum der Regierungskoalition.

Eva Webers öffentliche Lanze für Sportkind über ihre Facebookseite ist somit als Affront gegen Parteifreund und Baureferent Merkle (CSU) und den Fachausschuss zu bewerten. Ein OB-Paukenschlag gegen einen demokratisch getroffenen Beschluss. Ein Alleingang mit Degen und Goldener Kette gegen die graue Welt der Verwaltung? Jedenfalls ein einmaliger Vorgang in der jüngeren politischen Geschichte der Stadt.

Natürlich darf man in diesem Zusammenhang den Denkmalschutz in die Zange nehmen und natürlich ist es an der Zeit, darüber nachzudenken, ob sich die Stadt nicht selbst mit ihren vorgestrigen Bebauungsplänen im Wege steht und eine zeitgemäße Stadtentwicklung verhindert. Und wer weiß, vielleicht hat sogar der Anwalt der Geschäftsfrauen mit seiner Auffassung Recht, dass die beiden Monitore nicht genehmigungspflichtig seien. Doch darum geht es nach dem Vorstoß von Eva Weber kaum noch.

Die brennende Frage lautet nun: Findet Augsburgs Oberbürgermeisterin eine Lösung und macht Gerd Merkle endgültig zur lame duck oder läuft sie ins Leere und steht am Ende blamiert mit leeren Händen da. Die Grünen sehen in Sachen Sportkind jedenfalls keinen raschen Handlungsbedarf.

„Einzelgenehmigungen aufgrund von öffentlichem Druck und Drohung der Schließung werden wir nicht unterstützen.“ Man schaffe sonst, auch nach Ansicht der Verwaltung, einen Beispielfall. Man müsse grundsätzlich über neue Gestaltungsregeln nachdenken – aber in Ruhe und ohne Druck. So souverän äußerte sich Verena von Mutius-Bartholy, Fraktionsvorsitzende der Grünen zur Sache und liegt dabei ziemlich genau auf Linie der SPD, dessen Fraktionsvorsitzender sich gegenüber der DAZ ähnlich äußerte: „Wir brauchen neue Gestaltungsgrundsätze in einer verbindlichen Satzung“, so Dr. Florian Freund.

Die Causa Sportkind bleibt also offen und spannend. Nur eins steht bereits jetzt fest: Augsburgs Oberbürgermeisterin ist zu wünschen, dass sie ihre Impulskontrolle verbessert und aufhört, über Facebook Politik zu machen.

geschrieben von sz am 26. July 2022 um 23:43.

Kunstsammlungen: Artist Talk mit Alexander Chekmenev

Der Künstler Alexander Chekmenev spricht über seine Werke in der Ausstellung „Focus Ukraine“ in der Neuen Galerie im Höhmannhaus – am Mittwoch, 27. Juli 2022, 18 Uhr in der Neuen Galerie im Höhmannhaus. Der Eintritt ist frei.

Alexander Chekmenev aus der Serie Donbass 1994-2011

Die Arbeiten des in Kiew lebenden Alexander Chekmenev vereinen die Prinzipien einer klassisch-dokumentarischen Herangehensweise mit einem hohen künstlerischen Anspruch. Seine Werkserien „DONBASS“ und „ODESSA PEOPLE“ sind derzeit in der Ausstellung „Focus Ukraine“ in der Neuen Galerie im Höhmannhaus zu sehen. Bei einem Artist Talk am Mittwoch, 27. Juli, um 18 Uhr spricht er über sein Leben und sein Werk. Moderiert wird die Veranstaltung von Kurator Dr. Thomas Elsen.

Zum Werk

Der in Kiew lebende Alexander Chekmenev (*1969 Luhansk) ist einer der international renommiertesten ukrainischen Fotografen. Einen Schwerpunkt seines fotografischen Schaffens bildet seit vielen Jahren der Donbass, die große, durch die russische Aggression aktuell besonders bedrohte Region, in der seit dem 18. Jahrhundert Kohle abgebaut wird. Sensibel und prägnant dokumentiert Chekmenev das karge, mühevolle Leben der Kohlearbeiter und ihrer Familien und widmet sich damit in eindrucksvollen fotografischen Bildern einem zentralen Bereich der Seele seines Landes. Seine Werke sind häufig auch in renommierten Magazinen zu finden, zum Beispiel eine Fotostrecke im New York Times Magazine (In Photos: Citizens of Kyiv – The New York Times (nytimes.com) und ein Porträt der ukrainischen Präsidentengattin Olena Selenska auf dem Titel des aktuellen Time Magazine.

Zur Person

Alexander Chekmenev wurde 1969 in Luhansk, Donbass, geboren. Er begann seine Karriere als Fotograf in einem kleinen Fotostudio in seiner Heimatstadt. In seiner Freizeit fotografierte er Menschen auf der Straße und in den Häusern, die am stärksten von der Wirtschaftskrise nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion betroffen waren. Seine Arbeit gibt einen intimen und einzigartigen Insider- Blick auf den Übergang der Kohlebergbauregion in den 90er Jahren in der Ostukraine. 1997 zog er nach Kiew, wo er als Fotojournalist arbeitet.

Seine Werke wurden unter anderem im New York Times Lens Blog, im Time Magazine und der Time Light Box, im New Yorker Photo Booth, dem Guardian und im Vice Magazine veröffentlicht. 2014 erhielt er den Grand Prix „Fotograf des Jahres der Ukraine 2013″. Er ist einer der international renommiertesten ukrainischen Fotografen.

„Focus Ukraine“ in der Neuen Galerie im Höhmannhaus

In Zusammenarbeit mit der Stiftung ‚Peace for Art‘ präsentiert die Neue Galerie im Höhmannhaus drei Positionen aktueller künstlerischer Fotografie aus der Ukraine, neben Sergey Melnitchenko sind Werke von Viktoria Sorochinski und Alexander Chekmenev zu sehen. Mit klarem, unverstelltem Blick und in großer atmosphärischer Dichte erscheinen die Werke aller drei Beteiligten dokumentarisch wie künstlerisch brillant zugleich. Die existenzielle Bedrohung des durch die kriegerische russische Aggression angegriffenen Landes zeigt sich in ihren Fotografien genauso wie Schilderungen von Armut, Isolation, und sozialer Not. Sämtliche hier gezeigte Fotografien wurden für die Ausstellung neu produziert. Sie läuft noch bis zum 25. September 2022.

geschrieben von sz am 26. July 2022 um 17:41.

Coronavirus in Augsburg: 595 Neuinfektionen 7-Tage-Inzidenz bei 705,8

Die Stadt Augsburg meldet 2.388 neue Covid-19-Fälle seit der letzten Pressemitteilung vom 19. Juli – darunter 595 Fälle in den vergangenen 24 Stunden. Die 7-Tage-Inzidenz im Stadtgebiet Augsburg liegt laut Robert Koch-Institut (RKI) aktuell bei 705,8 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

Insgesamt hat das Gesundheitsamt bisher 120.968 Infektionen mit dem Coronavirus in Augsburg gemeldet. 115.779 Personen gelten als genesen, 4.511 sind aktuell infiziert, 678 Personen sind verstorben. Bei den verstorbenen Personen, die dem Gesundheitsamt zuletzt gemeldet wurde, handelt es sich um vier Patientinnen der Jahrgänge 1926, 1937, 1940 und 1945.

Aktuelle Impfzahlen

228.752 Personen in Augsburg und damit 76,8 Prozent der Stadtbevölkerung sind geimpft (mindestens zweimal geimpft/geimpft nach Genesung/anfängliche Impfung mit Johnson & Johnson (Einmaldosis). 166.325 Personen, also 55,8 Prozent

der Augsburgerinnen und Augsburger, haben eine Auffrischungsimpfung erhalten. Insgesamt wurden in Augsburg 632.159 Impfdosen verabreicht (Erst-, Zweit- und Auffrischungsimpfungen inkl. 13.180 zweite Auffrischungsimpfungen).

geschrieben von sz am 26. July 2022 um 17:09.

Wasser marsch: Die Kanuslalom-WM beginnt morgen

Aufatmen bei den Athleten und den Ausrichtern: Der Lech führt nach den Niederschlägen der vergangenen Nacht wieder genug Wasser. Somit findet die Augsburger Kanuslalom-WM, die bereits morgen Vormittag mit den Wettkämpfen beginnt und bis Sonntag dauert, sicher statt.

Nach dem „Wasserstress“ der vergangenen Tage, steht bei der Kanuslalom-WM 22 in Augsburg der Sport im Mittelpunkt – Foto © DAZ

Noch vor einer Woche musste die Stadt bei nur 25 Kubikmeter Wasser/Sekunde Lechwasser, das in Augsburg ankam, eine Absage der Kanu-WM ins Auge fassen, falls die Fließmenge deutlich unter 25 Kubikmeter/Sekunde gefallen wäre. Normalerweise führt der Lech um diese Jahreszeit eine Wassermenge von 100/Kubikmeter/Sekunde nach Augsburg. Der niedrige Wasserstand des Lechs sorgte letzte Woche für Trainingsausfälle bei den Athleten, da in der Augsburger Olympiastrecke plötzlich zu wenig Wasser war.

Eine schnelle Lösung ermöglichte die Fortsetzung des Trainings

Kleine Maßnahme, große Wirkung: Dieses schnell eingebaute provisorische Wehr machte einen regulären Trainingsbetrieb möglich Foto © DAZ

Das Tiefbauamt der Stadt reagierte schnell und setzte am Dienstag Betonwände in den Hauptstadtbach neben der Olympiastrecke ein, sodass der dadurch entstehende Rückstau wieder die notwendigen 10 Kubikmeter/Sekunde Wasser durch die Kanustrecke fließen ließ. Dieses Wasser fehlt im Augsburger Kanalsystem, weshalb die 15 Wassertriebwerke in den Stadtkanälen weniger Strom erzeugen. Auch beim swa-Wasserkraft am Hochablass fehlte das Wasser, weshalb die Stadtwerke zum „doppelten Sponsor“ der Kanu-WM avancierten.

Eine bisher unbestätigte Zahl: Mit 40.000 Euro könnte den Stadtwerken das „abgetrennte Wasser“ ins Kontor geschlagen haben. Die Betreiber der Kanal-Triebwerke werden wohl mit der Stadt eine einvernehmlich Lösung bezüglich ihrer Verluste finden, wie es heißt. Der Wasserstand des Forggensees, der auch als Speicher für den Lech konstruiert wurde, hat durch die Regenfälle ebenfalls einen Wasserstand erreicht, der nun als Reserve verwendet werden könnte. Dies hat jedenfalls der Energiekonzern Uniper, der die Wasserverwertungsrechte am Forggensee besitzt, der Stadt Augsburg mitgeteilt. Nach Auskunft der Stadt bleiben die Betonwände im Hauptstadtbach sicherheitshalber bestehen, wie Stadtsprecher Stefan Sieber der DAZ bestätigte.

Ab heute herrschen wieder optimale Bedingungen

Am heutigen Dienstag flossen zur Mittagszeit zirka 40 Kubikmeter Wasser/Sekunde durch Augsburg, am frühen Abend waren es bereits 100 Kubikmeter Wasser/Sekunde. Das sind ideale Werte für die Durchführung der Augsburger Kanu-WM 2022.

380 Sportler aus 70 Nationen werden von Mittwoch bis Sonntag  in sechs Kategorien um zahlreiche Medaillen kämpfen. Die Atmosphäre auf der Anlage ist angespannt, aber nicht mehr wegen der Wasserproblematik, sondern weil die Wettkämpfe vor der Tür stehen. Die Wassersituation und die damit zusammenhängende Medienresonanz hat wohl einen Boom bei den Ticketverkäufen ausgelöst. Wie die Stadt soeben via Pressemitteilung verkündete, ist der Samstag mit 7.300 Tickets bereits ausverkauft: „Die Nachfrage nach Tickets ist aktuell so groß, dass die Veranstaltung für Samstag, 30. Juli, bereits ausverkauft ist. Ausnahme: Kinder unter 12 Jahren und Begleitpersonen von Menschen mit Behinderung bekommen ihre Freikarte für Samstag an der Tageskasse oder in der Bürgerinformation am Rathausplatz, für sie wurde ein Kontingent reserviert.“

Ticketnachfrage hoch: Samstag bereits ausverkauft

Maskottchen und Ticket am Rathausplatz erhältlich

Für die Team-Wettbewerbe am Mittwoch, die Vorläufe der Kajak-Einer am Donnerstag, die Vorläufe der Canadier-Einer am Freitag, die Halbfinals sowie das Finale im Canadier-Einer und für die Entscheidungen im Slalom Extreme am Sonntag sind dagegen noch Tickets verfügbar. Im Zuge der Kanuslalom-WM hat die Bürgerinformation am Rathausplatz diesen Samstag von 10-17 Uhr geöffnet. Interessierte bekommen hier neben Tickets auch Informationen und können das Maskottchen der Kanuslalom- WM, den Biber Gustl, erwerben.

geschrieben von sz am 26. July 2022 um 16:23.

25. July 2022

Die Augsburger Zeitung

Filmfestwunder von Ballmertshofen meldet sich zurück

Nach zweijähriger Zwangspause, die der Corona-Pandemie geschuldet war, meldet sich das Filmfest Ballmertshofen mit seiner bereits 45. Auflage zurück.

Die Besucher dieses traditionsreichen Kult-Events auf dem Härtsfeld erwartet am letzten Juliwochenende ein facettenreiches Film- und ein nicht weniger attraktives  Rahmenprogramm.

Während das Rahmenprogramm mit der Zaubershow von Arwid Klaws vom Staatstheater Aalen und dem Heidenheimer Folk-Duo YOU ’N’ ME in diesem Jahr ausschliesslich auf Künstler aus der Region setzt, ist das Kino-Programm einmal mehr bunt und international. In guter Tradition wird auf das Abspielen von Blockbustern verzichtet.. Stattdessen stehen vielfach ausgezeichnete Spiel- und Dokumentarfilme auf dem Programm. Die Filme „Sorry We Missed You“ (Samstag, 19 Uhr) des britischen Filmemachers Ken Loach und Peter Hellers Film „Life Saraaba Illegal“ (Samstag, 15.30 Uhr) stehen – wie die beiden Eröffnungsfilme „Mein Ende, dein Anfang“ (Regie: Mariko Minoguchi) sowie „Und morgen die ganze Welt“ (Regie: Juliua von Heintz) (Freitag 19.30 Uhr und 21.30 Uhr) für den politischen Anspruch des Ballmertshofer Filmfest Teams.

Dass dieses Filmfest inzwischen in der dritten Generation angekommen ist, darüber berichtete beim letzten Filmfest das Schwabenradio und im Jahr davor gar das überregionale Chrismon Magazin. Die Gründe für die ungebrochene Beliebtheit dieses Kultur-Events auf dem Härtsfeld sind vielfältig. Sie liegen nicht zuletzt am besonderen Flair dieses Filmfests rund um die ehemalige Dorfschule: Filmfestwiesen, Jugendzeltplatz und Lagerfeuer schaffen wie die Programmpunkte Sebastian-Kneipp Gedächtnislauf, Back Gammon- und Kicker-Turnier und das kultige Fußballderby Filmfest vs. Dorfmannschaft (Sonntag, 15.30 Uhr) immer wieder Raum für Begegnungen und den Austausch über die einzelnen Filmschmankerl. 

Das Filmfest Programm mit den Filmtrailern: www.filmfestkuh.de

geschrieben von sz am 25. July 2022 um 15:30.

24. July 2022

Die Augsburger Zeitung

Augsburger Linke wählen neuen Vorstand

Die Mitgliederversammlung der Augsburger Linken hat am 23. Juli im Café Tür an Tür auf ihrer Mitgliederversammlung einen neuen Kreisvorstand gewählt.

Stadträtin Christine Wilholm und Bezirks- und Stadtrat Frederik Hintermayr sind die neuen Kreissprecher. Beide hatten den Kreisverband bereits bis zum Jahr 2020 geführt. Die weiteren Mitglieder des Vorstands sind als Schatzmeister Maximilian Arnold sowie Meret Krapf, Alexandra Schöne und Maximilian Richter. Jugendpolitische Sprecherin ist Elisabeth Wiesholler.

„Die Linke befindet sich derzeit in einer schweren Krise. Diese Krise müssen wir als Partei zügig überwinden, um wieder als glaubwürdige und verlässliche Stimme für soziale Gerechtigkeit wahrgenommen zu werden. Frederik Hintermayr und ich sind ein eingespieltes Team und haben in der Vergangenheit bewiesen, dass wir unseren Kreisverband zusammenhalten können. So werden wir als Augsburger Linke unseren Teil dazu beitragen, dass es wieder aufwärts geht.“ So das Statement von Christine Wilholm:

geschrieben von sz am 24. July 2022 um 22:18.

FCA: Gelungene Generalprobe gegen Stade Rennes – aber Schock wegen Dorschs Verletzung

Wenn sich bei einem Freundschaftsspiel ein Schlüsselspieler, der gerade eine schwere Verletzung auskuriert hat, erneut schwer verletzt, gemeint ist Niklas Dorsch, der sich den Mittelfuß anbrach, kann man schwerlich von einer „gelungenen Generalprobe“ sprechen.

Von Siegfried Zagler

Maurice Malone erzielt kurz vor Schluss nach schöner Vorarbeit von Pepi das 2:3 © DAZ

Dorschs Verletzung ist nämlich in der Tat eine Katastrophe, weil der kampfstarke wie spielerisch überzeugende Niklas Dorsch gerade dabei war, sich wieder heranzuarbeiten und für den FCA auf der Sechserposition kaum zu ersetzen ist. Könnte man diesen Sachverhalt ausklammern, dürfte man von einer gelungenen Generalprobe sprechen, die drei Erkenntnisse zutage brachte. Erstens hat der FCA ein echtes Torhüterproblem, zweitens darf man davon ausgehen, dass Daniel Caligiuri zu langsam für die Bundesliga geworden ist – und dieses dynamische Manko auch nicht durch seine Technik zu kompensieren versteht und schließlich drittens, darf festgehalten werden, dass der FCA insgesamt einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht hat.

Dieser Gesamteindruck hat sich deshalb verfestigt, weil es die Augsburger verstanden, sich in das Spiel gegen einen erstklassigen Gegner hineinzuarbeiten. In wenigen Wochen scheint Trainer Enrico Maaßen dem FCA eine Handschrift verpasst zu haben, die sich sehen lassen kann: Meistens standen die Augsburger Spieler handlungsschnell dort, wo der Ball zu erwarten war. Gepresst wurde im Kollektiv und im richtigen Maß. Bei Ballbesitz wurde nicht systemlos hinten herum gespielt, sondern dafür gesorgt, dass vorne Räume entstanden, die bespielbar waren. Auch Tempo und Zug zum Tor waren ordentlich getimt, sodass es immer öfters Szenenapplaus von den 6.500 Zuschauern gab. Ricardo Pepi hat sich athletisch etwas verbessert und mit seiner Vorarbeit zum zweiten Tor des FCA angedeutet, was sich die Verantwortlichen bei seiner Verpflichtung gedacht haben könnten. Beide Treffer wurden von Stürmern erzielt (Demirovic, Malone) und immer wieder erspielte sich der FCA Torchancen mit schnellen Pässen in die Schnittstellen, genauen langen Bällen und durch Balleroberungsaktionen in der gegnerischen Hälfte.

Das Fazit: Mit Gikiewizc im Tor verliert der FCA die engen Spiele. Auf der rechten Außenbahn wird zu hölzern angegriffen, fehlen Tempo wie Raffinesse und in der Mitte fehlt nach wie vor ein Zielspieler mit Knipser-Qualität. Positiv ist zu vermelden, dass sich der FCA systemisch enorm verbessert hat und aktuell darauf hoffen darf, dass Schalke, Bochum, Union, Hertha und Köln in der Summe weniger Klasse aufs Feld bringen, als er selbst. Sollten die Schwachstellen behoben werden, darf in Augsburg gar Richtung Europa geschielt werden.

Ach ja, das Ergebnis: Der FCA verlor das Spiel  (4×30 Minuten) mit 2:3 und spielte phasenweise gegen einen hochklassigen Gegner auf Augenhöhe mit.

geschrieben von sz am 24. July 2022 um 22:00.

Stanley-Cup: Der Tag als der Heilige Gral des Sport nach Augsburg kam

Die Eishockeystadt Augsburg feierte gestern ein beispielloses Ereignis, das sich im kollektiven Gedächtnis der Stadt als der Tag verfestigen wird, an dem der Heilige Gral nach Augsburg kam.

Von Siegfried Zagler

OB Eva Weber, Nico Sturm und Landrat Klaus Metzger und der Stanley-Cup © DAZ

Der Stanley Cup ist die wichtigste Eishockeytrophäe der Welt. Der Pokal wurde am 18. März 1892 vom britischen Generalgouverneur von Kanada Frederik Stanley, Baron Stanley of Preston gestiftet. Das erste Finale um die Trophäe fand am 22. März 1894 statt. Nur die Wimbledon Championships sind ein älteres Turnier mit einem ähnlich bedeutsamen Status in der Welt des Leistungssports. Seit 1910 spielen professionelle Mannschaften um den Stanley-Cup. Die Namen der Spieler, die an mindestens 41 Vorrundenspielen oder an einem Spiel der Finalserie teilgenommen haben, werden in die Trophäe graviert. Erster Stanley Cup-Sieger wurde am 17. März 1893 der Meister der kanadischen Amateurhockeyvereinigung.

Der Stanley-Cup ist eine Art Heiligtum im Eishockeysport, ein heiliger Gral, der nur mit großem Aufwand und herausragendem Leistungsvermögen zu gewinnen ist. Nach 82 Hauptrundenspielen folgen vier Play-off-Runden mit jeweils minimal vier und maximal sieben Spielen. Läuft es also in den Play-offs optimal, gewinnt das Siegerteam den Stanley-Cup nach 98 Spielen, muss Best-of-seven viermal voll ausgespielt werden, sind 110 Spiele für den Gewinn des Pokals nötig. Es gibt weltweit keine Sporttrophäe, die schwerer zu gewinnen ist als der Stanley-Cup. Seit 1994 darf jeder Spieler der Siegermannschaft den Pokal einen Tag für eigene Zwecke verwenden.

250 Tage im Jahr befindet sich der Stanley-Cup deshalb auf Reisen. Dieser Brauch brachte das historische Prunkstück in erhabene und despektierliche Situationen, da siegestrunkene Eishockeyspieler zu allen Zeiten zu irrationalen Handlungen neigen. Er sank im Schwimmbad von Mario Lemieux auf den Grund, worauf die Mannschaftskollegen verwundert zu Protokoll gaben, dass Lord Stanley nicht schwimmen könne. Er wurde am Straßenrand nach einem Reifenwechsel vergessen. Er wurde in der Nacht entlang eines zugefrorenen Kanals geschossen und erst am anderen Tag wiedergefunden. Eine ungeschriebene Regel besagt, dass man ihn nicht berühren dürfe, bevor man ihn nicht gewonnen habe, sonst würde man ihn nie gewinnen. Aus ihm wurde nicht nur Sieger-Champagner getrunken, auch Kühe und Hunde tranken aus Lord Stanleys Kelch. Als Frühstücksschüssel für Cornflakes wurde die Trophäe schon benutzt, als Taufbecken verwendet. Und sie besuchte die US-Präsidenten Ronald Reagan, George H. W. Bush, Bill Clinton, George W. Bush und Barack Obama im Weißen Haus. Der 17,5 Kilogramm schwere Stanley-Cup wurde im Kreml und im Kanadischen Parlament herumgereicht.

Es ist also alles andere als eine Selbstverständlichkeit, dass der Stanley-Cup von einem Spieler in seine Heimatstadt oder zu seinem Jugendverein gebracht wird. Der 27-jährige Nico Sturm musste jedoch keine Sekunde überlegen: „Heimat ändert sich nie. Ich fühle mich in Augsburg unheimlich wohl“, sagte er gestern vor 2000 entzückten Eishockeyfans beim Sofa-Interview auf der Eisfläche des CFS.

Held und Trophäe in den CFS-Katakomben © DAZ

Dass ein in Augsburg geborener Spieler in der NHL Fuß fasst, zur einem Titelfavoriten gedraftet wird und den Stanley-Cup gewinnt, um ihn mit nach Hause zu nehmen, ist in der langen Geschichte des AEVs noch nie geschehen. Aus diesem Grund pilgerten gestern, an einem siedend heißen Badewetter-Nachmittag, knapp 2000 Eishockeyfans ins Curt-Frenzel-Stadion, um Nico Sturm, den AEV und sich selbst zu feiern.

Bevor Sturm im CFS den Pokal dem AEV-Nachwuchs und den Fans präsentierte, wurde er für seine Verdienste im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses von Oberbürgermeisterin Eva Weber, Bürgermeister Bernd Kränzle, Bürgermeisterin Martina Wild und Landrat Dr. Klaus Metzger geehrt. „Wir sind stolz, denn sie haben Sportgeschichte geschrieben“, so Weber vor rund 100 Gästen und erklärte Nico Sturm zum Botschafter der Stadt Augsburg.

Nico Sturms Geschichte klingt wie ein Märchen, in dem – wie es in Märchen ja oft der Fall ist – Fleiß und Beharrlichkeit belohnt werden. Lange musste Nico Sturm für seinen Durchbruch arbeiten, lange musste er die Tugenden Geduld und Fleiß voranstellen. Kurz nach dem Abitur im Augsburger Gymnasium bei St. Anna ging Sturm, gerade volljährig geworden, in die USA, um sich dort über das Junior-Eishockey an einer Universität zu empfehlen. Das war 2014.

Ein Plan, der aufging: Drei lange Jahre studierte Sturm an der Clarkson University im Bundesstaat New York und schloss sein Studium „Financial Information and Analysis“ erfolgreich ab. Ohne je ein DEL-Spiel gemacht zu haben, ohne jemals für die Deutsche Eishockeynationalmannschaft gespielt zu haben, fand Sturm seinen Weg in die NHL, wo ihn die Minnesota Wild verpflichteten. Das war 2019. Sturm gehörte über Nacht plötzlich zur Elite des Eishockeys. Damals war der beim AEV ausgebildete Nico Sturm bereits 24 Jahre alt. Im zweiten Jahr folgten nur sechs Spiele. Erst im dritten Jahr sollte Nico Sturm 57 Einsätze bekommen, 20 Scorerpunkte machen und als knallharter defensiver Center überzeugen.

In dieser Saison tauchte er erstmalig auf dem Radar der großen Organisationen auf. Kurz vor den Play-offs dieser Saison griff dann ausgerechnet Colorado Avalanche zu, ein finanzstarker Klub, der jedes Jahr zu den Stanley-Cup-Favoriten zählt. Und sie gewannen den Wettbewerb – mit Nico Sturm, der in der Finalserie gegen die Tampa Bay Lighting eine wichtige Rolle spielte. Kurz bevor der Heilige Gral des Eishockeysports nach Augsburg kam, wechselte Nico Sturm die NHL-Organisation. Von den San Jose Sharks erhielt er einen Dreijahresvertrag, der ihm jährlich zwei Millionen Dollar einbringt. Damit liegt Sturm zwar immer noch unter dem Durchschnittseinkommen der NHL, aber einkommenstechnisch um ein Vielfaches höher als der bestbezahlte DEL-Spieler.

Samstagnachmittag (14.30 Uhr) warten knapp 2000 Eishockeyfans auf Nico Sturm im CFS © DAZ

Am Ende der Feierlichkeiten nahm Nico Sturm den Stanley-Cup mit nach Hause in den Garten der Eltern in Bergheim, wo zirka 50 Freunde und Familienangehörige eine ruhige Gartenparty feierten, ohne mit dem Pokal irgendetwas Despektierliches anzustellen. Zusammen mit dem Hüter des Pokals verlässt der Stanley-Cup am heutigen Sonntag die Stadt Richtung Stockholm.

Was immer in Nico Sturms weiteren Karriere auch geschehen mag, der Tag, als Nico Sturm den Stanley-Cup nach Augsburg brachte und sich ins Goldene Buch der Stadt eintrug, gehört zu jenen Tagen, die sich im kollektiven Gedächtnis der Stadt verfestigen werden.

geschrieben von sz am 24. July 2022 um 16:39.

Cityfarm Augsburg

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Was macht ein Ranger des Lebensraum Lechtal e.V.?

Die Aufgabe eines Lech-Rangers ist es die Vielzahl von Besuchern des Lechs und die Folgen dieses Massenandrangs in geordnete Bahnen zu lenken.
In den Lechauen und auf den Kiesbänke bebrüten und setzten eine Heerschar von Tierarten ihre Nachkommen. Von der Geburt über das anschließende Aufwachsen bis zum Aufbruch in die Winterrefugiale beschützt ein guter Ranger den Lebensraum von Flussregenpfeifer und Co.
In sein Aufgabengebiet fällt aber noch mehr. Im Rahmen seiner Möglichkeiten verteilt er Flyer mit Gebietskarten, meldet umgestürzte Bäume, berät verlorengegangene Wanderer und hat immer einen Blick auf Waldbrandstufe und zündelnde Feierwillige. Hier ein literarisch aufbereiteter Schwank aus dem Erfahrungsbericht 2022:

Immer mit dabei mein Hund Keule alias „Der Sandling“!

Im Wind wogen sacht einige bunt schillernde Schmetterlinge, die sich auf dem frisch asphaltierten Radweg sonnen. Der Ruf des Kuckucks begleitet melodisch dieses farbenfrohe Schauspiel, während ein einsamer Naturschützer schweißgebadet das Lechufer erklimmt. Neben die aufstobenden Flugkünstler lege ich prustend zwei stinkende Schwerlastsäcke, gefüllt mit Unrat, ab.

Ergebnis meiner gerade eben abgeschlossenen Müllsammelaktion auf der Kiesbank. Der Herr, der diese Sauerei hinterließ, hatte ich am Vortag höflich gebeten seinen sommerlichen (und in seinen Träumen dauerhaften) Wohnsitz im Schutzgebiet aufzulösen. 

Zusammenstellung typischen Kiesbanmülls

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Zusammenstellung typischen Kiesbankmülls

Unter wüsten Verwünschungen zog der Herr nach der dritten Aufforderung und auch erst nach der Drohung die Behörden einzuschalten von dannen. Der Aufforderung seinen ganzen Müll mitzunehmen ist er zu meinem Leidwesen nicht nachgekommen. Vor nun das nächste Hochwasser, Flaschen, Einweggrill, zerrissene Zeltplanen, Essensreste und hunderte Plastikverpackungen den Fluss hinabspült, räume ich dem Zitat: „Teilzeitobdachlosen“, hinterher. Teilzeit deswegen, weil sich der Herr im Sommer die Miete spart, indem er irgendwo in der Natur sein Camp aufschlägt, um den Winter gediegen und kostengünstig im warmen Süden verbringen zu können. Die kreativste Beleidigung kam definitiv von dem angegrauten Mittfünfziger. Ich sei ein „dreckiger, langhaariger Öko-Faschisten-Hippie“.

Nichtsdestotrotz kam mir jede Runde in den Flussauen des Lechs wie eine kleine Abenteuerreise vor. Man trifft zwangsläufig auf die unterschiedlichsten neuen Menschen, hat originale Begegnungen mit geschützten Arten, oder steht plötzlich vor einem frisch gefallenen Baum, der quer über dem Rettungsweg liegt.

In solchen Fällen hilft es nur die örtliche Feuerwehr zu kontaktieren, die das Ungetüm schnellstmöglich entfernt, selbst wenn dies die eigentliche Abendplanung sprengt. Um bei einem Notfall medizinischer Natur zügig an Hilfe zu kommen, bedarf es eines Anfahrtsweges des Sanitätswagens. Ob der Schwächeanfall eines älteren Herren beim Anblick sich fleißig vergnügender Nudisten, oder die massive, schnapsbedingte Intoxikation eines frisch gebackenen Vaters an Christie Himmelfahrt der Anlass ist, ohne professionelle Unterstützung, ist selbst ein altgedienter Ranger oftmals aufgeschmissen.

Man selbst würde sich genauso freuen, wenn einem bei einem Notfall geholfen werden würde, denn ab und an kommt es zu tätlichen Übergriffen auf meine Wenigkeit. Dieses Jahr erneut. Wieder einmal war zu viel Alkohol im Spiel, gepaart mit der massiven Selbstüberschätzung eines Störenfriedes.

Nachdem ich meinen üblichen Text: „Sie befinden sich im Schutzgebiet und die armen Vogelküken müssen bei der Hitze auf der Kiesbank ohne elterliche Führsorge leider verdursten“, an den Mann gebracht hatte, erdreistete sich der Volltrunkene mich von hinten an der Hose zu packen und den Versuch zu starten mich zu Boden zu ringen.

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Zum Glück riss bei der Aktion mein Gürtel, womit ich in der Lage war den Angreifer zur Abkühlung seines Gemüts in den hochsommerlichen Rinnsal des Lechs zu befördern. Durch das eiskalte Wasser anscheinend wieder klarer im Kopf starrte mich der Trunkenbold einen Augenblick erschrocken an und suchte dann so schnell ihn seine Beine trugen das Weite. Eine weiße Entscheidung, da ich im Alltag meinen Schwarzgurt nicht auf der Stirn zu tragen pflege und mich durchaus zu wehren wüsste, werde ich grundlos angegangen.

Wie so oft blieb es an mir hängen die Hinterlassenschaften des unfreundlichen Herrn geflissentlich zusammenzutragen, Pfandflaschen von Unrat zu trennen und das Ganze den Hang hinaufzubefördern. Trotz rauschendem Adrenalin im Blut beruhigte sich mein Herzschlag dank den Bläulingen und Schachbrettfaltern, die meinen Aufstieg begleiten in Windeseile, womit ich die übliche Ranger-Tour zu einem erfolgreichen Ende bringen konnte. Spätestens als die bläulich schillernde Augenweide der Eisvogel, neben mir ins Wasser plitschte, war die Welt wieder in Ordnung.

Schönen Sommer und baldigen Regen
wünscht euch euer CityFarmer und Schreiberling Benjamin Vogt

Ein herrlicher Blick über den Lech nördlich von Gersthofen.

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Ein herrlicher Blick über den Lech nördlich von Gersthofen.

geschrieben von CityFarm Augsburg am 24. July 2022 um 13:19.

22. July 2022

Die Augsburger Zeitung

Kooperation im Kiez – Ein Projekt, das Schule machen sollte

Auch wenn Partizipation inzwischen Konjunktur hat und von Parteien wie Institutionen gerade bei umstrittenen Projekten als Legitimation herhalten muss, gibt es sie noch, die Bottom-up Projekte, die an der Basis entstehen und von der Basis und für die Basis durchgeführt werden.

Von Udo Legner

Freiwillige Feuerwehr Oberhausen erklärt ihren Arbeitsplatz Foto: © DAZ

Ein solches Bottom-up Projekt ging am letzten Freitag im Augsburger Rathaus zu Ende, während ein anderes im Stadtteil Oberhausen gerade seinen Anfang nahm. Die Rede ist zum einen von der Anne Frank-Wanderausstellung – die DAZ berichtete – durch die Schulklassen von gleichaltrigen Peer Guides geführt wurden und zur zeitgemäßer Auseinandersetzung mit Erinnerungskultur angeregt wurden. Zum anderen geht es um das Projekt „Kooperation im Kiez“, das im Schulterschluss zwischen dem neuen Augsburger Integrationsbeirats und der Löweneckschule in Oberhausen entstand und realisiert wurde. 

Auf dem Stundenplan: Motivation zu freiwilligem Engagement

Der Stundenplan war an diesem Freitag für alle Jahrgangsstufe derselbe: Schülerinnen und Schüler erhielten Einblicke in die Arbeit von Institutionen und Organisationen, in denen ehrenamtliches Engagement gefragt ist. Die Liste der an diesem Projekt beteiligten Institutionen verweist auf das gute Netzwerk der Projekt-Initiatoren, das nach dem gelungenen Auftakt im nächsten Schuljahr auf weitere Schulen ausgeweitet werden soll. Neben der Löweneckschule, an der sich unter anderem die Augsburger Medienstelle mit der Aktion Light Painting wie die Polizei präsentierten, stand die „oase – Freisportanlage Oberhausen“ im Zentrum des Geschehens. 

Dort stellten nicht nur der dort heimische Stadtjugendrings seine Angebote und Aktivitäten vor, sondern auch die Freiwillige Feuerwehr Oberhausen, die Organisation Greenpeace mit der Mitmach-Aktion Ökologie, das Junge Theater mit dem Spiel Zappenduster, die Werkstatt Solidarische Welt mit einer Einführung in den Fairen Handel. Zudem gab es für die Schülergruppen Spiel-Angebote und Mitmach-Aktionen, die von einem Yoga Schnupperkurs bis zu Capoeira Kampftanz reichten. Die letzte Schulwoche wird von den sämtlichen an diesem Projekt beteiligten Akteuren zur Evaluation genutzt, was der Fortsetzung dieses Pilotprojekt im nächsten Schuljahr zugute kommen soll.

geschrieben von sz am 22. July 2022 um 22:21.